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Kinderhörspieltag 2009


ARD-Hörspieltage - Bild: SWR

ARD-Hörspieltage - Bild: SWR

Auch in diesem Jahr bildete der Kinderhöspieltag den Abschluss der  ARD-Hörspieltage, die vom 4. – 8.11. im ZKM in Karlsruhe stattfanden.

Ein Tag mit viel Unterhaltsamen rund ums Thema Hörspiel war angekündigt und so sollte es auch werden – das zeigte sich schon vor dem eigentlichen Beginn. Der heimische Spaßmacher Schorsch begrüßte das Publikum und sorgte mit viel Witz, spontanen Aktionen und einem Zollstock gleich für Stimmung.

Auch die offizielle Eröffnung gestaltete er mit, Moderator Roland Wagner stellte das Programm des Tages vor.

Geboten wurde für jeden was: Da gab es Hörspielworkshops, die Größeren hatten Gegelenheit ein Radio selbst zu bauen, die hr 2 Lauschinsel, in der man leisen Geräuschen folgen konnte, Shows mit Clown Geraldino und natürlich viele Hörspiele.  In verschiedenen Räumen konnten verschiedene Produktionen der ARD-Sender genossen werden.

Stefan Wilkening - Bild: SWR/Peter A. Schmidt

Stefan Wilkening - Bild: SWR/Peter A. Schmidt

U. a.  gab es auch das Livehörspiel “Münchhausen”, von dem die Beteiligten bereits bei der Eröffnung erzählten und so dem Publikum ordentlich Appetit machten. So reichten dann auch bei der ersten Vorführung die Stühle schon nicht mehr.

Bernhard Jugl hatte einige von Münchhausens Abenteuer in ein Skript gefasst, das Schauspieler Stefan Wilkening zusammen mit Musiker Leo Gmelch und Geräuschemacher Max Bauer als Vorlage für eine interessante und vor allem höchst unterhaltsame Live-Performance umsetzten.

Besonders gelungen war, dass hier nicht nur die Geschichte erzählt, sondern auch das Zusammenwirken von Musik, Sprache und Geräusche im Hörspiel sehr gut und anschaulich dargestellt wurde.

Danach bot sich ein bisschen Zeit in diverse Aktionen hineinzuschnuppern. Wir gönnten uns ein paar Szenen aus “Das wunderbare Abenteuer der Florinde vom Hohenfels”, ein Hörspiel des rbb, das am 24.12. erstmals im Radio zu hören sein wird, schauten mal beim Radio-Bau-Workshop und in der hr2-Domino-Lauchinsel vorbei. Zum Glück reichte es auch noch für einen Plausch mit Ekkehard Skoruppa, der mich auf die Wichtigkeit hinwies, sich für das Live-Hörspiel “In geheimer Mission durch die Wüste Gobi” nicht nur Eintrittskarten zu besorgen, sondern auch frühzeitig am Einlass zu sein.

Der Andrang zu dieser Veranstaltung war in der Tat gewaltig. Der Lichthof der HfG ist nicht gerade klein, dennoch wurde es ordentlich eng. Die Veranstalter hatten sich auch einiges einfallen lassen, damit dieses Hörspiel nicht nur etwas fürs Ohr, sondern auch fürs Auge bot.

Bühne - Winnie Böwe, Ernst Konarek, Laura Maire, Baadma - Im Hintergrund der Chor 48. Breitengrad

Bühne - Winnie Böwe, Ernst Konarek, Laura Maire, Baadma - Im Hintergrund der Chor 48. Breitengrad

Fritz Mühlenwegs berühmte Geschichte hat der SWR 2008 in ein Hörspielformat umgesetzt. Nun haben Regisseur Eberhard Klasse und Dramaturgin Uta-Maria Heim hieraus eine 55 minütige Live-Fassung erstellt, die von den Schauspielern Ernst Konarek als Erzähler, Laura Maire als Großer-Tiger und Winnie Böwe, die an diesem Tag Geburtstag hatte, als Christian, erzählt wurde. Unterstützt wurden sie hierbei vom Komponisten Klaus Burger, den Schlagzeugern Bernhard Wulff und Lars Rieffer, dem Sounttüftler Matthias Schneider, dem mongolischen Chor “48. Breitengrad”, Obertonsängerin Baadma und Pferdekopfgeiger und Obertonsänger Khobayer Bayarsaikhan.

Obertonsängerin Baadma (re.) und der mongolische Chor 48. Breitengrad -Bild: SWR/Peter A. Schmidt

Obertonsängerin Baadma (re.) und der mongolische Chor 48. Breitengrad -Bild: SWR/Peter A. Schmidt

Das Ensemble entführte das Publikum auf eine akustische Reise in die Mongolei und erzeugte auf diesem Wege solch tolle Hörbilder, dass die eigentliche Geschichte etwas zur Nebensache wurde.

Vor und nach der Aufführung, die von sieben Sendern live im Radio übertragen wurde, gab es zusätzlich Informatives und Unterhaltsames. Zum Beispiel erklärten die Musiker die verwendeten Instrumente oder der Chor brachte dem Publikum noch ein mongolisches Kinderlied bei.

Im Anschluss an diese Veranstaltung wurden der Preis der Karlsruher Kinderjury und der Deutsche Kinderhörspielpreis verliehen. Hier durften wieder Roland Wagner, Schorsch und Geraldino ans Mikro, die für eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Preisvergabe sorgten.

Die Gewinnerin des Deutschen Kinderhörspielpreises Maya Nielsen und Clown Schorsch - Bild: SWR/Peter A. Schmidt

Die Gewinnerin des Deutschen Kinderhörspielpreises Maya Nielsen und Clown Schorsch - Bild: SWR/Peter A. Schmidt

Die Kinderjury aus Karlsruhe vergab ihren, mit 1.000 Euro dotierten Preis an “Radio Toby” von Peter Jacobi. Die Jury der Erwachsenen für den Deutschen Kinderhörspielpreis krönte “Feldpost für Pauline” von Maja Nielsen, die sich über ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen durfte,  zu ihrem Sieger.

Zu den beiden Preisen finden Sie auch hier im Blog einen weiterführenden Artikel.

Bis 18.00 Uhr ging das Programm mit den Aktionen und Hörspielvorführungen (u. a. auch eine weitere Vorführung von “Münchhausen” und dem Gewinnerhörspiel “Feldpost für Pauline”) weiter.

Dieser Kinderhörspieltag ist rundum gelungen. Fans des Hörspiels sollten sich – egal wie alt sie sind – diese Veranstaltung auf jeden Fall gönnen. Es lohnt sich!

Der SWR hat an den ARD-Hörspieltagen 9.000 Besuchern gezählt, allein an diesem letzten Tag dürfte die Anzahl deutlich im vierstelligen Bereich gelegen haben. Dennoch war es zu keinem Zeitpunkt hektisch oder zu überlaufen, als dass man das Medium “Hörspiel” nicht hätte genießen können.

So darf man sich schon auf die nächsten ARD-Hörspieltage freuen, die nicht nur 2010, sondern auch darüberhinaus – so ein jüngser Beschluss der ARD – in Karlsruhe stattfinden werden.


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