Das Hörspieljahr 2009 – Teil 1: Januar – März
Das Jahr 2009 neigt sich dem Ende. Zeit und Gelegenheit, zurückzublicken. Hier mein Versuch, die für mich herausragenden Ereignisse im Hörspielbereich zusammenzustellen. Heute und hier der erste Teil – die Monate Januar bis März:
Januar 2009

Das Hörspieljahr startete im Januar mit einer erfreulichen Nachricht für alle Fans von “Jonas – Der letzte Detektiv”.
Die Reihe von Michael Koser, die im Jahr 2008 aufgrund privater Initiative von Rechtsanwalt Dr. Bahr einen würdigen Abschluss gefunden hatte, wurde von der Hörspielredaktion des BR aus den Archiven gefischt. Seit Januar wird nun jeweils am ersten Krimitermin des Monats eine Folge der Reihe gesendet.
Den ersten neuen Knaller des Jahres hatte Deutschlandradio Kultur am
12.01.2009 im Programm: Mit “Eisblut”, einem Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Marina Heib, hat es Walter Adler geschafft, ein absolut packendes und schockierendes Hörspiel zu inszenieren, das den Hörer nicht kalt lässt.
Auch der erste Radiotatort des Jahres konnte überzeugen. “Staatsfeinde” ist nach zwei zwar soliden, aber nicht überragenden Produktionen des WDR in dieser Reihe, der erste richtige Paukenschlag des Senders gewesen. Schade, dass dies auch der erste Radiotatort ist, der nicht mehr auf CD erscheinen wird. Der hörverlag hat sein diesbezügliches Engagement mit der zwölften Ausgabe eingestellt.
Ein Trostpflaster: Im Jahr 2009 waren alle Radiotatorthörspiele in der Woche nach der Erstsendung für sieben Tage als Download verfügbar. Somit konnte man jede Folge in einem Zeitraum von 13 Tage hören.
Bei den komerzielen Veröffentlichungen gab es im Januar ein Wiederhören mit einem alten Bekannten: “Kommissar Dobranski” kehrte via Lübbe Audio in die Regale zurück. Man startete mit den Folgen 9 und 10, die ersten 8 Folgen sollten später in zwei Boxen á 4 Hörspielen veröffentlicht werden. Die Veröffentlichung unterblieb, genauso wie die Ankündigung über Folge 12 hinaus, so dass wohl hier das Comeback der Reihe um den schrulligen Kiez-Kommissar nach nur vier Folgen auch wieder auch wieder auf Eis zu liegen scheint.
Der Januar bot aber auch noch den Startschuss für weitere Serien. So brachte der Hörplanet eine weitere Serie an den Start: Mit “Jekyll P. I.” begab man sich auf originelle Weise auf den großen Gruselmarkt und konnte offenbar nicht nur bei den Kritikern viel Beifall ernten. Zumindest schien sich die Reihe so gut zu verkaufen, dass sie neben “Lady Bedfort” die einzige war, die im Jahr 2009 fortgeführt werden sollte. Die Serien “2114″, “Die Legende von Mythrâs” und “Edgar Allan Wallace” wurden bis auf Weiteres eingemottet.
Nachdem sie im Herbst 2008 noch zwei Epsioden der Reihe “Schattensaiten” veröffentlicht hatten, meldeten sich Pandoras Play im Januar mit Fortführungen der Reihen “Hörgespinste” und “Das dunkle Meer der Sterne” zurück. Während man mit “Der Geisterfahrer” nicht ganz die hohen Erwartungen, die man nach “Klirrende Kälte” an die Reihe “Hörgespinste” stellen durfte, erfüllen konnte, überzeugte die Doppelfolge “Daedalus” sowohl mit orginellen Inhalten und guter Umsetzung.
Beim hoerspielprojekt gab es im Januar auch Neues: “Bermuda 1963″ ist der Titel einer Serie von und mit Sven Matthias,
die mit einem Mix aus Abenteuer und Mystery enen vielversprechenden Start vollzog. Dem Auftakt “Der Ruf des Wächters” folgte im Sommer 2009 die zweite
Folge “Die Quelle der Macht”.
Verstorbene im Januar:
03.01.2009: Gert Jonke, *08.02.1946, österr. Autor (Div. Hörspiele u. a. “Der Dorfplatz”, “Insektarium 1 & 2″
22.01.2009: Manfred Steffen, *28.06.1916. deutscher Schauspieler
(Sprecher in mehr als 150 Hörspielproduktionen)
Februar 2009
Der Februar ist der Monat, in dem das Frühlingserwachen bei den Labels Einzug hält und entsprechend viele neue Produktionen erscheinen. Das war auch im Jahr 2009 nicht anders. Fast 60 neue Hörspielproduktionen kamen in die Regale der Händler. Viele Reihen und Serien wurden fortgeführt, neu dazu kam eine Reihe mit Hörspielen nach Romanen von ValMcDermid. Sven Stricker produziert die Geschichten um den Ermittler Tony Hill.
Die meines Erachtens überzeugendsten Veröffentlichungen des Monats waren zwei ursprüngliche Radiohörspiele: Zum einen Michael Endes “Norbert Nackendick” (DAV), zum anderen der Radiotatort “Mordlauf” (der hörverlag).
Im Radio waren die überzeugensten Ursendung “Glasauge” von Johanna Sinisalo (WDR) und der Radiotatort “Falsches Herz” von Friedrich Ani und Uta-Maria Heim (SWR).
Mit Ekkehard Skoruppa, dem Hörspiel-Chef des SWR und Koordinator des ARD-Radiotatortes hatte ich mich zum Start dieser Reihe bereits unterhalten können. Jetzt, ein Jahr später haben wir erneut ein Interview miteinander gemacht, in dem er sein Resumee der ersten 12 Folgen zog.
Verstorbene im Februar:
06.02.2009: Horst Hübner, *12.08.1936, deutscher Schriftsteller (u. a. Mac Kinsey, Gordon Black)
22.02.2009: Günter Kochan, *02.10.1930, deutscher Komponist (div. Hörspielkompositionen für den Rundfunk der DDR)
März 2009
Im März startete eine Serie, die für ordentlich Diskussionsstoff sorgen sollte. “Cungerlan” startete mit großem Getrommel, so dass man hier offenbar den Hörspielhammer des Jahres erwarten sollte, durfte und konnte. Das Ergebnis hat nicht nur mich deutlich ernüchtert. Die fünf einzelne Episoden mit einer jeweiligen Spieldauer, die nicht wirklich deutlich über einer halben Stunde lag, boten auch inhaltlich kaum genug, schon gar nicht um den recht hohen Einstandspreis von 12,95 € je CD zu rechtfertigen.
Am 15.03. wurde in Köln der deutsche Hörbuchpreis verliehen. Der Einladung des WDR bin ich gerne gefolgt – meinen ausführlichen Bericht dazu findet ihr hier.
Erfreulich fand ich, dass meine liebste Hörspielveröffentlichung des Jahres 2008, “Der Novembermann” (Hoffmann & Campe), auch bei den anderen Kollegen des Hör:Tipps so gut ankam. Die Produktion wurde zum Hör:Tipp des Jahres 2008 gewählt.
Bei den Neuveröffentlichungen des Monats März hatte die dritte Folge von “Dodo”, “Dodos Geheimnis”, zusammen mit der vierten Episode von “Mark Brandis”, “Aufstand der Roboter” bei mir persönlich die Nase vorne. Im Radio haben mich die Ursendung von “Ganz die Deine” nach Claudia Piñeiro (DLR) und insbesondere “Die dunkle Unermesslichkeit des Todes” nach Massimo Carlotto (WDR / NDR) überzeugt.
Verstorbene im März:
24.03.2009: Siegfried Tiefensee, * 20.10.2922, deutscher Komponist (div. Hörspielkompositionen für den Rundfunk der DDR)
24.03.2009: Heinz von Cramer, * 12.07.1924, deutscher Regisseur und Autor (Mehr als 300 Hörspielinszenierungen)
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Zuletzt aktualisiert am 29. Dezember 2009




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