Große Hörspielursendung im Januar: Albert Camus’ “Die Pest”

Jürgen Tarrach spricht die Rolle des Tarrou, Bild: WDR/Oliver Wia
Am 4. Januar 2010 jährt sich der Todestag des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus zum 50. Mal. Zu diesem Anlass sendet WDR 5 vom 4. bis 6. Januar jeweils um 20:05 Uhr ) (NDR-Kultur ab 6. Januar, mittwochs, 20 Uhr) die erste Hörspielfassung des Romanklassikers „Die Pest“, in dem die Bewohner der algerischen Hafenstadt Oran von einer Epidemie heimgesucht werden.
Nie hatten die Menschen gedacht, dass die Hafenstadt Oran ein Ort sein könnte, in der die Ratten in der Sonne sterben. Doch bald ereilt immer mehr Menschen ein ähnliches Schicksal. Dr. Rieux und seine Vertrauten Tarrou und der Journalist Rambert wissen längst, dass es sich um eine Epidemie großen Ausmaßes handelt, deren Namen man, um Panik zu vermeiden, noch verschweigt. Nachdem überraschend der Generalgouverneur „den Pestzustand der Stadt erklären“ und den Belagerungszustand verhängen lässt, merken die Bewohner Orans, dass sie nun alle in der selben Falle sitzen. Immer öfter muss die Polizei beim Abtransport Infizierter zu Hilfe gerufen werden. Und immer mehr seltsame Züge ohne Fahrgäste werden zu Verbrennungsanlagen außerhalb der Stadt umgeleitet.

Ulrike Bliefert, Bild: WDR/Oliver Wia
Die Seuche fordert nun immer mehr Opfer, sie macht auch vor der Familie des strengen Haftrichters Othan keinen Halt. Sein Kind stirbt unter grauenvollen Qualen. Der Jesuitenpater Paneloux hält die Seuche für ein strafendes Gottesgericht, um die Menschen für ihre Gottlosigkeit zu strafen. Dr. Rieux, der bis zur Erschöpfung arbeitet und aus eigener Initiative Sanitätsmannschaften aufstellt, weigert sich jedoch, eine Schöpfung anzuerkennen, in der Kinder gemartert werden. Der Journalist Rambert, der eigentlich um der Liebe willen aus der Stadt fliehen will, wird neben Tarrou, der ein letztes Opfer der Pest wird, zu seinem wichtigsten Helfer. Wie durch ein Wunder verschwindet die Epidemie allmählich. Die Menschen feiern ihren Sieg. Doch Dr. Rieux weiß, dass der Bazillus Geduld hat. Es wird der Tag kommen, an dem er die Ratten erneut zum Sterben in eine glückliche Stadt schicken wird.
Albert Camus, 1913 in Mondovi/Algerien geboren, studierte Philosophie. 1934 trat er der Kommunistischen Partei Algeriens bei. 1940 zog er nach Paris, arbeitete als Journalist und schloss sich der Resistance-Gruppe „Combat“ an. 1942 erschien sein erster Roman. 1957 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Zu seinem umfangreichen Werk gehören Essays, Romane, Erzählungen sowie Theaterstücke. Am 4. Januar 1960 starb er bei einem Autounfall.
Das Hörspiel wurde von Felix Partenzi nach der Übersetzung von Uli Aumüller geschrieben, die Inszenierung dieser Ko-Produktion von WDR und NDR übernimmt Frank-Erich Hübner.

Horst Mendroch, Bild: WDR/Oliver Wia
Als Sprecher sind zu hören:
Rieux/Erzähler: Götz Schubert
Tarrou: Jürgen Tarrach
Rambert: Felix Goeser
Grand: Wolf-Dietrich Sprenger
Cottard: Horst Mendroch
Spanier: Horst Bollmann
Paneloux: Gerd Wameling
Garcia: Alexander Hauff
Michel: Christian Grashof
Richard: Peter Fitz
Castel: Friedhelm Ptok
Präfekt: Max Volkert Martens
Tags: Albert Camus, Die Pest, Hörspiel, NDR, Radio, WDR
Zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2009




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