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Der Radiotatort und der Download


Ein Thema, dass ich schon für gegessen hielt, kochte gestern abend bzw. heute morgen nochmals hoch: Der Radiotatort und der Download.

Kurzfristig wurde aus dem angekündigten Download der Folge “Störtebekers Rache” nämlich nichts. Wegne “rechtlicher Probleme” unterblieb der Download, und erst heute morgen hat man dann die Episode zumindest als Stream on Demand eingestellt und die Frist, diesen zu nutzen, entsprechend um ein paar Stunden erweitert. Hinter den rechtlichen Gründen steckte offenbar ein Missverständnis. Zwei, drei Telefonate mit SWR und NDR brachten diesbezüglich Klarheit und eine Stunde später stand dann auch der Download zur Verfügung.

Dennoch genügte die Pause schon, um das Geschrei der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen.Die fehlende bzw. auf wenige Folgen beschränkte Downloadmöglichkeit des Radiotatorts störte anfangs viele Fans so sehr, dass Diskussionen über die Episoden selbst verdrängt wurden. Offenbar scheint diese Downloadmöglichkeit eine heilige Kuh zu sein, auf die jeder, der GEZ bezahlt (oder jemanden kennt, der dies tut) Anspruch hat.

Diese Forderungen habe ich in diesem Umfang vorher nie wahrgenommen. Aber offenbar hat die Tatsache, dass man es in Einzelfällen ermöglicht hat, Begehrlichkeiten geweckt, die man mit der Zahlung von GEZ-Gebühren zu rechtfertigen glaubte.

Dass die Rundfunkanstalten die Möglichkeit des Downloads in den Verträgen separat verhandelt, und hierfür entsprechend auch ggf. zusätzlich Geld bereitgestellt werden muss, das dann vielleicht an anderer Stelle der Produktion fehlt, scheint offenbar nur ein schwaches Argument dagegen zu sein.

Ich könnte das Geschrei vielleicht auch eher nachvollziehen, wenn die Möglichkeiten, den Radiotatort zu hören, deutlicher eingeschränkt wären. Immerhin konnte man die Episoden der Reihe zu Anfang schon auf 13 verschiedenen Sendeterminen hören, wer das nicht schaffte, hatte im Anschluss noch eine Woche Gelegenheit, die jeweilige Folge auf der Webseite nachhören. Da alle Sender auch ihr Programm als Stream bereitstellten, hatte man 13 Tage Zeit und Gelegenheit, dem Hörspiel habhaft zu werden. Einfache Softwarelösungen, die zum Teil sogar von den Sendern zur Verfügung gestellt werden, erleichtern es zudem, die jeweilige Produktion sogar problemlos mitzuschneiden.

Es sollte also kein unüberwindbares Hindernis sein, sofern ein Internetzugang besteht (Viele, die nach Downloads schreien, sollen angeblich diesbezügliche Möglichkeiten haben),  an das Hörspiel auch ohne Download zu kommen.

Natürlich ist der Aufwand für den Hörer deutlich geringer, wenn er nur auf einen Button klicken muss, um die Datei auf die eigene Festplatte zu schieben. Insofern ist der Wunsch danach schon verständlich. Aber dennoch bleibt mir rätselhaft, warum sich dies gerade beim Radiotatort so fokussiert und vor allem, mit welcher Vehemenz diese Option als “gutes Recht der Hörer” eingefordert wird.

Ich würde mich freuen, wenn der Download beim Radiotatort auch künftig immer möglich sein wird, noch mehr freuen würde ich mich aber, wenn man es etwas lockerer sehen würde, sofern hier mal eine Produktion nicht mit dieser Option daherkommt und man ggf. auf andere Möglichkeiten ausweichen muss.

Ich lese nämlich lieder darüber, wie die Produktion inhaltlich ankam und nicht, in welchem Format sie beim Hörer eben nicht ankam.


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2 Kommentare

  1. Jan, 20. Januar 2010:

    Du schreibst mir aus der Seele…..


  2. hoerspielkritik, 21. Januar 2010:

    Kolumne von @hoerspieltipps zu “Der Radiotatort und der Download” -> http://bit.ly/7hVLyT

    This comment was originally posted on Twitter


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