Deutscher Hörbuchpreis: Andreas Fröhlich ist Bester Interpret
Auszeichnungen auch für “Chronik der Gefühle” und “Briefwechsel”. Headroom erzielt mit “Wegwärts” die “Beste verlegerische Leistung”
Nachdem die ersten Gewinner in der vergangenen Woche verkündet wurden, stehen seit heute alle Preisträger des Deutschen Hörbuchpreises fest.
Andreas Fröhlich setzte sich in der Kategorie “Bester Interpret” an die Spitze. Er erhält den Preis für die Lesung “Doppler” (Lauscherlounge). Mit “großartigem Gespür” für die tragischen und urkomischen Seiten seines Alter Ego, so die Jury, interpretiere Fröhlich dessen Versuche, sich jenseits der Zivilisation ein neues Leben aufzubauen. Das sei “grandios”.
Andreas Fröhlich sagte zu dieser Auszeichnung: „Ich bin sehr glücklich über den Preis. Wenn man als Interpret den Stoff selber entdeckt, produziert und insgesamt viel Herzblut investiert hat, freut man sich – passend zum Titel – doppelt über so eine Auszeichnung. Ich danke in dem Zusammenhang ganz besonders Oliver Rohrbeck und der Lauscherlounge – ohne seine Unterstützung würde es die Edition Handverlesen und somit die Hörbuchfassung von ‚Doppler’ nicht geben.“ (Quelle Lauscherlounge)

Chronik der Gefühle, BR / Verlag Antje Kunstmann
In der Kategorie Beste Fiktion gewinnt die Produktion “Chronik der Gefühle” (Verlag Antje Kunstmann). Preisträger sind Alexander Kluge und Regisseur Karl Bruckmaier. Kluge veröffentlichte im gleichnamigen Buch sämtliche seiner seit 1962 erschienenen Erzählungen. Die Jury lobte die Produktion des Bayerischen Rundfunks als “faszinierende Enzyklopädie der Empfindungen unserer Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit”. Karl Bruckmaier sei ein “außerordentliches Werk” gelungen.
Wegwärts, headroom
In der Kategorie für die Beste verlegerische Lesitung erhält Teresia Singer vom Verlag headroom die Auszeichnung für die Reihe “Wegwärts”. In diesen akustischen Reiseführern reiste Abenteurer und Autor Joscha Remus durch die Welt und brachte interessante Geschichten, Interviews, Alltagsgeräusche und Musik mit. Die Jury lobte die Verlegerin und Regisseurin Singer “vor allem für den verlegerischen Wagemut, die Risikofreude”.
In der Kategorie Beste Information gewinnt das Hörbuch “Briefwechsel” (der hörverlag). Es geht um rund 500 Briefe, die der Autor Thomas Bernhard und sein Verleger Siegfried Unseld über einen Zeitraum von 25 Jahren miteinander austauschten. Gegenseitige Wertschätzung, kritische Zuwendung wie auch harte Honorarverhandlungen sind Gegenstand der Korrespondenz. “So prägnant und nuanciert waren Thomas Bernhard und Siegfried Unseld noch nie zu hören wie hier im Briefwechsel, in dem Peter Simonischek und Gert Voss ihre kongenialen Fürsprecher sind”, lobte die Jury das vom Hessischen Rundfunk produzierte Hörspiel. Der Preis geht an die beiden Schauspieler.
Die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2010 findet im Rahmen der Hörbuch-Gala am 10. März im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz statt. Erstmals ist die Gala zugleich Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes lit.COLOGNE. Auch die Partnerauszeichnungen “Hörbuch des Jahres” der hr2-Bestenliste und die per Internet-Abstimmung ermittelten Publikumspreise “HörKules” und “HÖRkulino” der “Buchwerbung der Neun” werden an diesem Abend vergeben.
Mitglieder der Jury des Deutschen Hörbuchpreises sind die Schauspielerin Sabine Postel, der FOCUS-Redakteur Jobst-Ulrich Brand, Lothar Sand vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Prof. Sabine Breitsameter von der Hochschule Darmstadt, PD. Dr. Holger Schulze, Kulturwissenschaftler, die Hörbuchregisseurin Astrid Roth, die Journalistin Dr. Eva-Maria Lenz und der Publizist Dr. Franz Josef Görtz.
Träger des Vereins Deutscher Hörbuchpreis sind der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das Nachrichtenmagazin FOCUS, das internationale Kölner Literaturfest lit.COLOGNE, der Hessische Rundfunk, der Westdeutsche Rundfunk und die WDR mediagroup.
Tags: Alexander Kluge, Andreas Fröhlich, BR, Briefwechsel, Deutscher Hörbuchpreis, Doppler, Earlam Chroniken, Headroom, Hörverlag, hr, Karl Bruckmaier, Lauscherlounge, Teresia Singer, Verlag Antje Kunstmann, Wegwärts
Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2010





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