“Die Frau und die Stadt“ ist Hörspiel des Monats im Januar
HR-Produktion von Gerlind Reinshagen wurde ausgezeichnet.
Das von hr2-kultur produzierte Hörspiel „Die Frau und die Stadt“ von Gerlind Reinshagen ist von der „Deutschen Akademie der Darstellenden Künste“ zum „Hörspiel des Monats Januar 2010“ gekürt worden. Die Jury lobt das Stück über den Lebens- und Leidensweg der deutsch-jüdischen Dichterin Gertrud Kolmar: „Es erzählt subtil nicht nur von Bedrohung, Ohnmacht und Angst, sondern auch von einer Todessehnsucht, von der Liebe zu dieser Stadt, vom Mut einer Frau, sich unter widrigsten Umständen persönliche Freiräume abzustecken“, urteilt die Jury.
Die Rolle der Kolmar, die aus Angst vor dem Vernichtungslager die Berliner Siegessäule besteigt, um sich in den Tod zu stürzen, ist laut Jury mit der Schauspielerin Angela Winkler „hervorragend besetzt“. „Ihre zarte, zerbrechliche Stimme“, so die Jury weiter, „macht das Ausmaß der Willensstärke, der Unerschrockenheit und der Reflektiertheit dieser Figur auf besondere Weise begreifbar.“
hr2-kultur sendete das Hörspiel erstmals am 20. Januar 2010. Regie führte Andrea Getto. Verantwortlicher hr2-Redakteur und Dramaturg ist Peter Liermann.
Die in Bensheim ansässige „Deutsche Akademie der Darstellenden Künste“ wählt aus den allmonatlichen Einreichungen der Hörspielabteilungen der ARD und von DLF/Deutschlandradio Kultur jeweils das „Hörspiel des Monats“. Aus diesen Monatssiegern bestimmt die Jury schließlich das „Hörspiel des Jahres“.
Quelle: PM hr
Die Frau und die Stadt
Hörspiel von Gerlind Reinshagen
Regie: Andrea Getto
Musik: Sabine Worthmann
hr 2009
60 Min.
Mit Angela Winkler, Gerlind Reinshagen
An einem ihrer letzten Berliner Tage besteigt Gertrud Kolmar im Morgengrauen die Siegessäule, um zu springen, um Schluss zu machen, selbstbestimmt, wenn auch nicht aus freien Stücken, bevor sie von der Fabrikarbeit weggeholt und – wie zuvor ihr Vater – ins Vernichtungslager transportiert wird. Schließlich steigt sie wieder herunter. Sie hat beschlossen, durchzuhalten bis zum letzten Augenblick, und sei es nur, „um ein Dreck zu werden unter euren Stiefeln, Mörderbande, der euch noch tausend Jahr lang an den Stiefeln kleben soll“. Gerlind Reinshagens Stück geht dem Lebens- und Leidensweg der deutsch-jüdischen Dichterin Gertud Kolmar (1894-1943) auf ganz eigene, literarische Art nach: Dieser lyrische Prosatext entbirgt illusionslos und mit scharfem Blick auf Umgebung und Person das Bild eines radikalen Durchhaltewillens einer ergreifend starken und einsamen Frau in auswegloser Gegenwart.
Tags: Akademie der darstellenden Künste, Gerlinde Reinshagen, Hörspiel des Monats, hr
Zuletzt aktualisiert am 1. Februar 2010




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