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Die Hörspiel 2010: Warm war’s, eng war’s, voll war’s, toll war’s


Die Hörspiel 2010Am 19.06. fand “Die Hörspiel 2010″ zum dritten Mal in Hamburg statt – in neuer Location.

Die große Party ist vorbei und man war wieder beseelt, dass man einen ganzen Tag seinem Lieblingsmedium huldigen durfte, und zudem unglaublich viele Leute getroffen hat, die man eben nur an diesem Termin und Ort trifft.

Von vielen dürfte “Die Hörspiel” mehr als “Convention”, denn als echte “Messe” begriffen werden – dem Gefühl kam man mit der Wahl des Veranstaltungsortes in diesem Jahr entgegen.

Ich weiß nicht, ob es nur mir so ging, aber Hauptthema der Gespräche der Hörspielmesse war nicht das zu feiernde Medium, sondern die Kulisse, in der die Veranstaltung stattfand. Nach zwei Jahren im Hühnerposten wechselte man in die nur wenige hundert Meter entfernte  Markthalle.  Die Räumlichkeiten boten zwei ordentlich große Bühnen, so dass das dortige Programm diesmal wirklich ohne Sichtprobleme genossen werden konnte. Weniger geeignet war es jedoch für den Messebetrieb an sich. Die Ausstellungsfläche und die Stände waren doch recht klein. Es gab viel Gedränge, und um sich länger bei einem Label aufzuhalten und ausführlich zu informieren, brauchte man schon ein ordentlich dickes Fell und Stehvermögen.

Eingangsbereich, Bild: audiobooks.at

Der Eingangsbereich, Bild: audiobooks.at

Den Eingangsbereich hatte das Europa in Beschlag genommen. Hier warb man für seine Hörspielproduktionen und bot auch die diversen Merchandise-Artikel an, u. a. auch den “Drei ???”-Toaster, der schon für Aufmerksamkeit gesorgt hat, und der nach zähen Verhandlungen im hoerspieltipps.net-Team auch prompt gekauft wurde.

Am  Stand der Hörspiel-Gemeinschaft, dem Zusammenschluss verschiedener Webseitenbetreiber, gab es ein Sprecher-Casting, bei dem es um eine Rolle in der Europa-Reihe “Dragonbound” ging. Ganze 109 Teilnehmer sprachen in drei Stunden ihren Text ein, so dass die Jury, der u. a.  auch Günter Merlau und Martin Sabel angehörten, bei der Auswertung ordentlich ins Schwitzen kamen. Einen Sieger gab es dann aber doch: Claudius Zimmermann, der schon bei verschiedenen Produktionen – u. a. Jonas, der letzte Detektiv – zu hören war, konnte sich hier den ersten Platz in der Konkurrenz sichern.

Auch headroom war zugegen – Leider ohne den heißersehnten zweiten Teil von Morland – Der gestaltete sich so aufwendig, dass er nicht, wie geplant, im Juni fertig wurde, sondern die Veröffentlichung in den September geschoben werden musste. Dafür erscheint dann aber auch der dritte Teil im Oktober recht zeitnah.

Auch der Hörspiel-Award hatte einen Stand auf der Messe. Auf einer eigens produzierten Demo-CD hatte man viele Hörproben und – zum Teil exklusive -  Trailer der Gewinnerproduktionen und -Labels der vergangenen Jahre gesammelt.

Der Hörplanet hatte auch eine Neuproduktion dabei: Die ersten beiden Folgen der Reihe “Ordensschwester Amelie” konnten hier schon eine Woche vor dem offiziellen Release erworben werden.

Auch die Hörfabrik kam mit einer neuen Produktion – in der neuen Episode der Lesungsreihe “Kurzarbeit” geht es um “Horror-Häuser” – u. a. findet sich darauf auch eine Kurzgeschichte mit “Leon Kramer”.

Ebenfalls pünktlich zur Messe wurde die dritte Folge der “Alster-Detektive” – mit dem Titel “Eklige Fracht” fertig und konnte am Stand der Hamburger Bürgerschaft – wie auch die beiden ersten Teile -  kostenlos mitgenommen werden.

Kai Meyer signiert das Banner der "Hörspiel-Gemeinschaft"

Kai Meyer signiert das Banner der "Hörspiel-Gemeinschaft"

Im Nebenraum war nicht nur der VIP-Bereich untergebracht, auch hier tummelten sich einige Label. So stellten dort u. a. HörbucHHamburg, die Lauscherlounge, maritim oder Veranstalter Lausch ihre Produktionen vor. Das Rüsselsheimer Label Dreamland Productions fand sich hier auch ein und hatte ebenfalls Neuware dabei: “Tony Ballard (8) Im Niemandsland des Bösen” und als Kontrast “Andi Meisfeld (5) und das Geheimnis der Röhre 13″ – auch hier konnte man bereits eine Woche vor dem offizielen Release zuschlagen.

Daneben hatten sich die Jungs von “Marctropolis” platziert, die hier für ihre Serie “Schrei der Angst” die Werbetrommel rührten.

Einen der merkwürdigsten Stände hatte Folgenreich erwischt, die sich auf einer Bühne zwar vergleichsweise viel Platz hatten, aber auch irgendwie etwas entrückt wirkten.

Ebenfalls vergleichsweise groß, aber dennoch letztlich sehr beengt, war der Stand von pop.de, der in einem eigenen Raum ein riesiges Angebot an Hörspielen und darunter viele Schnäppchen zum Verkauf anbot.

Daneben tummelten sich noch eine Vielzahl weiterer Labels und Anbieter, die man doch zumindest der Vollständigkeit halber erwähnen sollte. Dabei waren außerdem: Argon, Oetinger Audio, Captain Hoggy, Claudio.de, Eichborn, hörBücher Magazin, Lighthouse, MindCrusher Studios, OK Media, Optimal Media, Psychothriller GmbH, ROOF / tacheles!, Tinnitus Hörspiele und Vitaphon.

Neben dem Messebetrieb sorgte ein umfangreiches Bühnenprogramm für die wie üblich schweren Entscheidungen: Was schaut man sich an? Was muss man leider sausen lassen? Durch die gewohnte Zweiteilung in eine große – auf der meist Live-Hörspiele und -Lesungen stattfanden – und eine kleine Bühne – für Talkrunden u. ä. – und dem dicht gepackten Programm, musste man schweren Herzens auf die eine oder andere interessante Aktion zu Gunsten einer anderen verzichten.

Gerade in diesem Jahr fiel das meines Erachtens besonders schwer, denn man hatte viele hochkarätig besetzte Programmpunkte zu bieten.

Auf der großen Bühne gab es u. a. eine Live-Lesung von Larry Brent und der “Bis(s)-Reihe, eine Musikperformance mit Sascha Gutzeit, Live-Hörspiele von Drizzt, Peter Lundt, Future-Man, Tony Ballard und Dorian Hunter und eine Neuauflage der alljährlichen Talkrunde “Hollywood spricht”.

Die kleine Bühne bot ebenfalls interessante Runden. Highlights waren hier “Stars der Kindheit” – u. a. mit Sascha Draeger und Christian Starkt, die ebenfalls schon traditionelle Runde “Ich kann ohne Hörspiele nicht leben” u. a. mit Jasmin Wagner, Kai Meyer und Markus Heitz, der Talk der Hörspielmusiker Simon Bertling, Christian Hagitte, Günter Merlau und Sascha Peters und der der Altmeister Hans-Joachim Herwald, Konrad Halver, Peter Kirchberger und Klaus Dittmannunter dem Titel “Hörspiel-Geschichte”.

Sprechercasting der Hörspiel-Gemeinschaft, Bild: audiobooks.at

Sprechercasting der Hörspiel-Gemeinschaft, Bild: audiobooks.at

Auf großen Gefallen beim Publikum fielen die beiden Wettbewerbe. Zum einen hatte das Hörspielprojekt einen Skriptwettbewerb ins Leben gerufen und performte die Gewinnerstücke live auf der Bühne, später am Tag ging es zur Finalrunde des Sprechercastings bei der nicht nur der Gewinner der Rolle bei Dragonbound gekürt wurde, sondern das Publikum gleich auch noch eine Massenperformance abgenommen bekam, die auch in einer der nächsten Folgen der Fantasy-Reihe zu hören sein soll.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Programm für nahezu jeden Besucher etwas zu bieten hatte und man mit dem Umfang und der Auswahl mehr als zufrieden sein konnte – wären da nicht immer diese Auswahlentscheidungen gewesen…

Das Publikum der Hörspiel bestand zu großen Teilen aus den Kassettenkindern, der beliebten Zielgruppe der ca. Zwanzig- bis Vierzigjährigen. Genau auf dieses Klientel war auch die gesamte Messe zugeschnitten. Die “Szene” war unter sich. Damit waren die Veranstaltungsräumlichkeiten zwar schon deutlich ausgereizt, dennoch wäre es auch schön, wenn sich die Messe auch für andere Zielgruppen interessant machen könnte.

Insbesondere habe ich Kinder im Publikum weitesgehend vermisst. Für die wenigen, die dort waren, hatte die Veranstaltung dann auch leider nur wenig Interessantes zu bieten – Und das bei einem Medium, bei dem der größte Teil des Marktes von Produktionen für Kinder und Jugendliche regiert wird.

Hier dürfte sich zudem auch der recht hohe Eintrittspreis – 15 Euro für Erwachsene, 8 € für Kinder – bemerkbar machen, der für Familien nicht gerade eine günstige Offerte war. Sofern man die Messe jung halten und wachsen lassen will, sollte man hier zumindest nochmal am Konzept feilen.

Nichtsdestotrotz: Die, die da waren, gingen auch meist mit zufriedenen Gesichtern nach Hause. Man hatte einen Tag dem Hörspiel gehuldigt, ein tolles Programm geboten bekommen und war mit vielen Hörspielmachern und Fans ins Gespräch kommen.


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3 Kommentare

  1. hoerspieltipps, 25. Juni 2010:

    Die Hörspiel 2010: Warm war’s, eng war’s, voll war’s, toll war’s | HOERSPIEL³-Blog -> http://tinyurl.com/354rhxk

    This comment was originally posted on Twitter


  2. Hoerbuecher, 25. Juni 2010:

    Können wir nur bestätigen ;-) RT @hoerspieltipps: Die Hörspiel 2010: Warm wars, eng wars, voll wars, toll wars http://tinyurl.com/354rhxk

    This comment was originally posted on Twitter


  3. hoerzentrale.de, 28. Juni 2010:

    Ich stimme dir vollkommen zu, dass es dieses Jahr für Kinder sehr wenig zu erleben gab auf der Messe. Kein Kinderprogramm aller “Andi Meisfeld” und Co ist sehr schade!


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