Nach "Legend" ist es längere Zeit recht ruhig um das junge Label "weirdoz* - games zum hören" geworden. Weiter geht es nun aber zunächst einmal nicht mit einem zweiten Teil von "Legend" sondern der neuen Fantasy-Reihe "Sacred - Der Schattenkrieger". Ein Epos, das in fünf Teilen erzählt wird. Ähnlich wie bei "Legend" stellt das ganze eine Pentalogie zum gleichnamigen Computergame aus dem Hause ASCARON dar.
Das Hörspiel gibt es in zwei Versionen. Zum einen auf der hausüblichen CD, zum anderen im für Hörspiele eher noch fremden Medium auf DVD. Und dort kann man natürlich nicht nur die Vorteile von 5.1-Techonologien ausreizen, sondern außerdem einige Extras draufpacken.
Im folgenden nun zum vorliegen ersten Teil mit dem Titel "Die Auferstehung".
Die ersten Minuten werfen den Hörer ins eiskalte Wasser. Man findet sich in einer Welt wieder, deren Gesetze und Eigenheiten man nicht im geringsten kennt. In einer unterirdischen Mine wird mit schwerem Gerät gearbeitet, als der Stollen einzustürzen droht. Dabei allerdings wird auch etwas anderes freigelegt. Etwas, das für einige einen ungeheuren Wert zu besitzen scheint.
Die Phase der Unwissenheit zu Beginn ist in meinen Augen die interessanteste des ganzen Hörspiels. Ein richtiges Bild ergibt sich erst im Laufe der Zeit, sobald der Schattenkrieger Garlan wieder zum Leben erweckt wird. Stück für Stück lernt man die bis dato noch völlig unübersehbare Welt besser kennen. Ruhige und actionreiche Szenen wechseln stetig. Immer wieder werden Perspektivwechsel eingestreut, die Richtung der Handlung ist jedoch klar umrissen. Und obgleich offen bleibt, was nach dem Erreichen des Ziels passieren wird und was hinter dem geheimnisvollen Fund in den Minen genau steckt, so könnte das Geschehen doch noch um einiges geheimnisvoller wirken. So nimmt man den Hörer zwar mit auf eine abwechslungsreiche Fantasy-Reise, aber den Drang die Fortsetzungen hören zu MÜSSEN unterstützt man damit nicht vollständig.
Der erste Blick ins Booklet und auf die Sprecherliste ist vor allem aufgrund des Umfangs ziemlich beeindruckend. Die anfängliche Befürchtung, dass man ohne jene im Rahmen des Hörspiels schnell die Orientierung verlieren würde, hat sich allerdings nicht bewahrheitet, denn die Anzahl der tatsächlich bedeutsamen Akteure ist letztlich doch überschaubar.
Die Hauptrolle hat Thomas Fritsch inne. Fritsch, der sich als Schauspieler und zuletzt im Hörspielbereich als Erzähler der drei ??? einen Namen gemacht hat, mimt hier den Schattenkrieger Garlan. Wer sich Fritsch zunächst als Erzähler bei den drei Detektiven aus Rocky Beach in Erinnerung ruft, der dürfte ob dieser Besetzung durchaus ins Stirnrunzeln kommen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich ihn in den ersten Minuten kaum wiedererkannt hätte. In diesem Hörspiel bietet sich ein viel breiteres Potential für ihn tatsächlich zu spielen und das tut er.
Als Erzähler trifft man Helmut Krauss an. Ein in dieser Position nicht gerade selten gebuchter Sprecher, der mich aber genau dort zuletzt am wenigsten überzeugen könnte. Schön, dass in diesem Hörspiel das Gegenteil der Fall ist. Durch die überschaubaren, nie zu langen Passagen gibt es für Krauss keine Chance in gelangweilte Beschreibungs-Schlaflieder zu verfallen. Hier darf man der Regie wohl ebenfalls ein gutes Händchen anerkennen. Denn gerade auch das Intro spricht Helmut Krauss sehr genial.
Eine weitere bedeutsame Rolle kommt Michael Pan zu, der als Inquisitor der Elben eine fabelhafte Figur macht. Dafür sorgt gewiss nicht allein seine markante Stimme.
Man könnte sich an dieser Stelle sicherlich weiter bei den einzelnen auftretenden Sprechern verlieren. Abkürzend sei gesagt, dass durchgehend gute bis starke Leistungen abgeliefert werden.
Die gebotene Klangkulisse ist beeindruckend und lässt erahnen, was auf der DVD-Version in 5.1 geboten wird. Ein Zusammenspiel aus gezielt eingesetzten Geräuschen und dezenter, unterstützender Musik. Bei der Musik hätte man zwar gerne noch etwas mehr aufdrehen können, wie man es mit dem Titelsong von Blind Guardian gemacht hat, doch ist das im Gesamtrahmen eher marginal.
Fazit: Eine gutes Fantasy-Hörspiel, bei dem vor allem das Sounddesign hervorsticht. Inhaltlich ist man für meinen Geschmack etwas zu wenig auf die geheimnisvolle Aura bedacht. Dass die Handlung geradlinig ist, bringt natürlich auch seine Vorteile. So hat man wenig Probleme sich nach kurzer Zeit zurechtzufinden und der Handlung zu folgen. Die Spannung könnte allerdings gerne noch höher angesetzt werden.
Note 1-

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