Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Dies macht sich bereits bei der optischen Aufmachung der Hörspiele bemerkbar. Es sind die letzten Tage vor dem Antritt der Lehrerstelle. Und es sollen bunte, lebhafte Tage sein. Denn rund um Anne ist der Trubel nicht weit. Diesmal ist es ihre Kuh Dolly, die sie in mehr als nur ein Fettnäpfchen treten lässt. Doch bringt sie auch neue Bekanntschaften, die Anne sich so sicherlich nicht hätte träumen lassen.
Der Dienstantritt und erste Unterrichtstags gestaltet sich für Anne weit schwerer als sie sich das so vorgestellt hat. Nicht nur der naseweise Antony Pye macht ihr das Leben schwer, sondern auch Mrs. Donnell, die erst vor kurzem zusammen mit ihren Kindern neu in Avonlea eingetroffen ist. Und nicht zuletzt sind es die beiden Keith-Zwillinge, die Anne privat gehörig auf Trab halten.
Jawoll. Endlich geht es weiter mit dieser Hörspielserie. Und das mit gleich vier neuen Hörspielen. Das ist goldrichtig so, denn ich muss gestehen, dass ich von den bunten und sympatischen Geschichten rund um Anne nicht genug bekomme. Die Zeit verfliegt auch diesmal wie im Flug und das abrupte Ende schreit geradezu danach die nächste Folge in den CD-Player zu legen.
Der Hang zum leicht kitschigen ist zwar nach wie vor vorhanden, doch gelingt es eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten, so dass zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise ein genervt-sein-Gefühl auftritt. Die Charaktere haben sich aber zwischenzeitlich allesamt weiterentwickelt, so dass neue Themen und Probleme im Vordergrund stehen.
Sprecher der Reihe im Fokus: Marie Bierstedt als Anne Shirley.
Von der geschwätzigen und stets verträumten, im einen Moment himmelhochjauzenden und im anderen zu Tode betrübten Anne hin zu einem zwar noch immer den Hang zum melodramatischen pflegenden erwachsenem Charakter - dieser Entwicklung schauspielerisch zu folgen erfordert wahrlich Können. Dass Marie Bierstedt dieses hat und die Rolle der Anne mehr als nur spielt hat sie bereits in den ersten vier Folgen auf eindrückliche Weise bewiesen. Mühelos knüpft sie an die bisherige Leistung an und liefert in der Hauptrolle eine Performance ab, welche die Serie und genauso diese Episode schon gut zur Hälfte alleine prägt. Eine bessere Besetzung könnte man sich für Anne gar nicht vorstellen.
Nebendem bietet man im Rahmen eines umfangreichen Casts eine Menge weiterer exzellenter Leistungen. Darunter auch einige sehr vielversprechende Nachwuchstalente wie Albert Werner, Marie Hinze oder Maximilian Artajo.
Umrahmt wird all dies durch wunderschöne Musik und eine feine Geräuschkulisse, die treffender nicht ausgewählt sein könnten. Eine feinfühlige, detailverliebte Arbeit, wie man sie von Titania Medien gewohnt ist.
Fazit: Die Reihe bleibt weiterhin sehr unterhaltsam. Wem Anne bisher schon ans Herz gewachsen ist, der kann hier ohne Sorge zugreifen. Die Inszenierung ist weiterhin stark, ebenso die Sprecher. Der Geschichte selbst fehlt es nicht an abwechslungsreichen Themen, die von dem typischen leicht melodramatischen Touch umrahmt werden, der die Serie so prägnant macht.
Note 2+

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