Obgleich das Leben für Anne von so vielen schönen Momenten gekennzeichnet ist, so kommt es doch immer wieder auch Situationen, die ihr gar nicht behagen. Es ist ein kalter Wintermorgen mit viel Neuschnee als Anne mit Zahnschmerzen erwacht, statt jedoch zum Zahnarzt zu gehen den Weg in die Schule antritt, da sie ihre Schützlinge nicht im Stich lassen möchte. Das, was allerdings dann passiert, wird den Schülern und auch Anne selbst noch lange als rabenschwarzer Schultag in Erinnerung bleiben...
Es sind diesmal gewiss nicht alle Szenen gleichermaßen interessant und so passiert es, dass sich ein paar Längen einschleichen. Das Leben von Anne ist allerdings stets so bunt und abwechslungsreich, dass man diese schnell vergisst, wenn kurz darauf wieder sehr amüsante und unterhaltsame Episoden folgen sollen. Highlights sind diesmal vor allem diejenigen in der Schule.
Dank dieser Passagen bleibt man auf einem unterhaltsamen Pfad, der nach wie vor den gewissen Hang zum Kitsch pflegt, sich aber zumeist immer noch gerade rechtzeitig fängt. Hat man sich darauf aber einmal eingelassen, wird man das beim Hören maximal mit einem amüsanten Lächeln auf den Lippen quittieren. Ihre Glaubwürdigkeit verlieren die Geschichte und damit die Charaktere nie - und das ist wesentlich!
Sprecher der Reihe im Fokus: Marilla Cuthbert
Marilla war schon von Anbeginn eine der Sympathieträgerinnen der Serie, in deren Lage man sich als Hörer stets problemlos hineinversetzen konnte. Die Rolle wird gesprochen von Dagmar von Kurmin, die schon sehr viele Jahre im Bereich Hörspiel tätig ist und somit natürlich über zahlreiche Erfahrungen verfügt. Da verwundert die Leichtigkeit, mit welcher ihr diese Rolle von der Zunge geht wenig. Nach dem Verlust des Bruders Matthew innerhalb der Geschichte kümmert sich Marilla ganz alleine um Anne, wobei "kümmern" längst nicht mehr das richtige Wort ist. Durch die Aufnahme der Keith-Zwillinge wird ihre Geduld oftmals aber auf eine harte Probe gestellt, denn Davy sorgt für massenhaft Wirbel und Ärger.
Untermalt wird das Hörspiel von toller Musik, welche die zugrundeliegende Intonation der Reihe nur zu gut zu unterstreichen weiß.
Fazit: Die blendende Inszenierung sorgt immer wieder dafür, dass einem wohlig warm ums Herz wird. Die Geschichten um Anne Shirley haben einfach das gewisse Etwas. Imho haben sich diesmal allerdings ein paar Längen zuviel eingeschlichen, so dass die Gesamtwertung am Ende "nur" auf ein gut hinausläuft.
Note 2

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