Die wohl brachialste Hörspielserie der Welt nähert sich mit riesigen Schritten dem unausweichlichen Finale. Noch zwei Folgen!
Am Stil dieser Reihe hat sich selbstredend nicht das geringste verändert und damit ist völlig klar, dass dies eine Serie ist, die gewiss nicht in Kinderhände gehört. Mit Caine ist Günter Merlau ein Stück Kunst gelungen, das ungewohnt daherkommt und genau damit um Aufmerksamkeit wirbt. Direkter und härter ist bisher keine andere Hörspielreihe gewesen. Die Inszenierung kann man eigentlich nur als perfekt bezeichnen. Günter Merlau versteht es blendend die genau richtigen Stilmittel einzusetzen, um die Wirkung so ausfallen lassen, wie sie hier eben ist.
Von einigen bemängelt und scheinbar nur von wenigen gemocht, doch die strikte Linie, die Günter Merlau beim Einsatz von der eher unmelodiösen Musik trotzdem durchzieht, überzeugt mich voll und ganz. Denn diese Art Musik passt schlicht und ergreifend wie die Faust aufs Auge. Unterstreicht Chaos und Vernichtung wie es sonst kaum möglich wäre.
Der Aufbau ist insgesamt etwas leichter durchdringbar geworden. Zwar geht es nach wie vor in oftmals schnellen und harten Sprüngen zwischen den unterschiedlichen Parteiengruppen hin und her, doch da man diese zwischenzeitlich recht genau kennt, fällt es nicht schwer den Überblick zu behalten. Allen, die im bisherigen Geschehen leicht den Faden verloren haben, dürfte die kurze Zusammenfassung von Steven Caine gerade recht kommen. Ich empfand diese an jener Stelle als recht passend, zumal auch erstklassig umgesetzt, allerdings muss man dafür eine nicht mehr ganz so rasant nach vorne springende Handlung in Kauf nehmen. Das heißt nicht, dass nichts passieren würde, doch es wirkt schon um einiges gebremster als noch zuletzt.
Insgesamt jedoch reicht das gebotene aber trotzdem aus, um sehr gut zu unterhalten. Es findet eben nur, ähnlich wie schon damals bei Folge 3 eine latente Verschiebung von der brutalen Action hin zu den eher "besinnlichen" Szenen statt. Im Vergleich bedeutet das aber natürlich immer noch mehr als genug Power im Getriebe.
Die Sprecher sind ein weiteres dieser Zahnrädchen, welche den Motor hier auf Touren bringen. Allein schon Torsten Michaelis in der Rolle des Caine, der mit seinem herrlich trockenem und schwarzestem Humor unübertroffen ist. Zugleich lastet der Figur Caine dadurch etwas unglaublich tragisches an - das aber eben hier einen anderen Weg des Ausdrucks findet. Dem ganzen steht nicht im geringsten die Leistung Lutz Riedels nach, der als Kartaan ebenfalls wieder alle Register zieht - bzw. zwischenzeitlich bereits deutlich mehr als das.
Mit den Top-Darbietungen von Leuten wie Reinhilt Schneider, Klaus Sonnenschein, Claudia Urbschat-Mingues und Karl Schulz findet das ganze seinen gelungenen Abschluss. Somit besteht keinerlei Zweifel mehr daran, dass die Serie nicht die geringsten Probleme hat ihr hohes Niveau dauerhaft aufrecht zu erhalten.
Gut gefallen hat mir diesmal besonders auch das zum Anfang etwas länger laufende Titelstück.
Als Bonus gibt es in diesem Hörspiel wiederum einen Song der härteren Gangart. Sprich wenig sanfte Metalklänge - wie es eben zum Stil des gesamten Hörspiels passt. Dazu kommt diesmal aber auch noch ein fiktiver Interview mit Art Jeffries (Günter Merlau). Jenes ist ganz nett, imho hätte man darauf aber auch verzichten können.
Fazit: Caine bleibt sich selbst treu und so steht am Ende eine weitere erstklassige Hörspielfolge. Der schwarze Humor ist unübertroffen. Es bleibt hart, sehr hart, doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, der darf sich auf durchdachtes Lauschvergnügen freuen. Wer die bisherigen Folgen bereits mochte, der wird auch hier nicht zu kurz kommen. Das Tempo fährt man kurz vor dem Finale zwar nochmals leicht zurück, aber es deutet sich bereits mehr als an, dass da nochmals ordentlich was auf uns zukommen wird.
Note 1-
