Die Zeit am Redmond-College vergeht wie im Flug. Ehe sich Anne versieht rücken die Weihnachtsferien heran und damit ihr erster Besuch in Avonlea nach langer Zeit, wo sie sofort mit offenen Armen, insbesondere vom kleinen Davy empfangen wird, der zu ihrer Ankunft gleich etwas ganz besonderes vorbereitet hat. Da ist es kein Wunder, dass sich Anne sofort wieder heimisch fühlt und es ihr vorkommt, als wäre sie nie weggewesen. Doch ebenso rasch wie die Zeit während der Lernphasen auf dem College vergeht, so vergehen auch die wenigen Tage rund um den Jahreswechsel.
Das Tempo zieht insgesamt etwas an, was sich insbesondere durch größere Zeitsprünge bemerkbar macht. Für die einzelnen Episoden nimmt man sich aber nichtsdestotrotz wie eh und je Zeit. Und davon gibt es wieder allerlei ziemlich unterschiedliche. Zum einen dreht sich während der Zeit in Kingsport alles um die Suche nach einem passenden Haus für die Studentinnen, Anne wird gleich mit mehr als einem Antrag konfrontiert und auch die titelgebenden ersten Versuche, kritikreiche Rückschläge und Erfolge als Schriftstellerin kommen nicht zu kurz. Neben diesen recht amüsanten Momenten kommt aber auch die Ernsthaftigkeit nicht zu kurz.
Alles in allem konnte mich diese Folge gut unterhalten, allerdings fehlte es erneut an einer gewichtigen Entwicklung, welche die Serie entscheidend voran gebracht hätte. Dies sind zumeist nämlich die stärksten Momente, da sich die vertrauten Charaktere ganz besonderen Herausforderungen gegenüber sehen und man als Hörer, der den Lebensweg von Anne schon so lange begleitet hat, natürlich wissen will, wie die Entscheidungen ausfallen.
Was soll und kann man zu den Sprechern noch sagen, was nicht schon in irgendeiner der vorausgehenden Rezensionen erwähnt wurde? Es bleibt auch weiterhin bei einer sehr glaubwürdigen und direkten Interpretation der einzelnen Rollen. Bei einem Blick auf die aktuellen Cover fällt auf jeden Fall auf, dass Charaktere wie Anne und Diana im Hörspiel deutlich jünger wirken als es das Cover suggeriert. So schön diese auch sonst gezeichnet sind.
Musik und Effekte schaffen es, das ohnehin schon runde Bild nochmals ein Stück runder zu machen. Um erneut den naheliegenden Vergleich zu den Episoden zuvor zu ziehen: der Stil bleibt nahezu unverändert. Warme, ruhige, melodiöse Klänge und auch bei den Geräuschen die der Situation angepasste angenehme Auswahl wie Vogelzwitschern, Wasserplätschern und so weiter und so weiter...
Fazit: Ein weiteres Hörspiel der Serie, das mich nicht enttäuscht. Zu einem richtigen Knaller fehlt aber aktuell noch das große Vorwärtskommen und damit einhergehenden wichtige Einschnitte im Leben Annes. Ich hoffe, dass es davon demnächst wieder etwas mehr gibt, so nett und ja auch wichtig für die Charakterzeichnung die ganzen Randgeschichten auch sein mögen.
Note 2

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