Professor Hasquet führt in seinem Labor bahnbrechende Experimente durch. Es ist ihm bereits gelungen die Persönlichkeiten von Ratten zu übertragen. Nun wagt er sich erstmals an das Experiment die Persönlichkeit einer Ratte auf einen Affen zu übertragen, was zunächst auch gelingt. Zusammen mit seiner Assistentin Claudine, die den Versuchen noch skeptisch gegenübersteht, verlässt er das Labor. Kurz darauf sind Geräusche aus diesem Raum zu hören. Der Affe tobt. Die Persönlichkeit der Ratte hat ihn zu einem gefährlichen Untier werden lassen. Der Professor ist gezwungen das Tier zu erschießen. Nachdem Claudine den Ort verlassen hat und Hasquet die letzten Reste der Unordnung beseitigt, taucht ein junger Mann auf. Da wittert Hasquet eine grausame Chance um das Ziel seiner Experimente zu beenden.
Zunächst bewegt sich die Geschichte zu einem großen Teil in den Laborräumen des genialen wie zugleich auch von wahnsinnigen Ideen geplagten Professors. Die titelgebende Nacht der Todesratte füllt dann den zweiten Part der Geschichte, wobei dieser Teil aber nie aus der Sicht der Ratte erzählt wird, was sich dramaturgisch als sehr geschickt erweist, da so die Spannung höher gehalten werden kann. Ständig ist man im Ungewissen darüber, wann das Untier zuschlägt. Die Story schreitet gerade in dieser Zeit im Gegensatz zum vorangehenden recht schnell voran und erweist sich insgesamt auf alle Fälle als sehr unterhaltsam. Allerdings bekommt man es nach wie vor weniger mit subtilem Grusel zu tun, auch wenn jener diesmal deutlicher als in anderen Folgen der Serie zum Vorschein tritt. Der Trashfaktor ist aber dennoch hoch. Macht aber nicht wirklich etwas, denn das Ziel dieser Episode, kurzweilige und spannende Unterhaltung zu servieren, erreicht man allemal.
Richard Lauffen verkörpert den Wissenschaftler superb - gerade nach seiner Persönlichkeitserweiterung. Sehr gut machen ihre Sache auch Donata Höfer (Claudine), Andreas von der Meden [im Cover als Alexander Bischoff aufgeführt] (Pascal) und Christian Mey (Henri Clement). Günther Ungeheuer führt als Erzähler durch die Handlung, wobei sich seine Auftritte doch relativ in Grenzen halten und rein auf das notwendigste beschränken.
Bei der Musikbearbeitung kann man in der Neuauflage nicht so ganz glänzen. Die Stücke sind insgesamt zwar recht düster und bedrohlich gehalten, aber wird eine Sequenz immer und immer wieder eingespielt, so dass es fast schon ein wenig penetrant wirkt. Hier hätte man etwas mehr auf Abwechslung setzen müssen. Dennoch kann man aber nicht behaupten, dass die Musikuntermalung insgesamt betrachtet wirklich schlecht ist. Die Effekte sind dem Rahmen des Hörspiels angemessen. Das Geräusch, das der Affe von sich gibt, wird man schon aus anderen Hörspielen der Europa-Schmiede kennen, da dieses scheinbar recht universal für alle möglichen Tiere eingesetzt wurde. Hier passt es aber ausnahmsweise sogar.
Fazit: Fans der Reihe werden erneut voll auf ihre Kosten kommen, denn bei der Bearbeitung leistet man sich auch diesmal keine Schwächen. Kurz, prägnant, spannend, unterhaltsam - und ansatzweise tatsächlich gruselig - das sind die Schlagworte, die man bei Hörspielen dieser Sorte hören will. Hier hat H.G. Francis ganze Arbeit geleistet. Wer mit dem hohen Trash-Faktor so gar nichts anfangen kann, den wird diese Serie ohnehin nicht groß interessieren, denn da schrecken dann wohl bereits die Titel ab, die eigentlich immer recht passend gewählt sind. Allen anderen kann man diesen Klassiker aber nur ans Herz legen.
Note 1

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