Annes Start in Summerside verläuft alles andere als erfreulich. In der kleinen Stadt soll sie die Stelle der Rektorin übernehmen. Begleitet von Rachel Lynde macht sich die junge Lehrerin auf die Suche nach einer passenden Wohnung, doch keiner scheint gewillt, sie bei sich aufzunehmen.
Dank des Rates von Polly Braddock kommt Anne schließlich doch noch in einem Haus unter, welches sich "Windy Poplars" nennt - ein wie Anne findet, ganz phantastischer Name für ein Haus. Und schon beim ersten Anblick verliebt sie sich in ihr neues Heim. Dieses bewohnt sie allerdings nicht allein, sondern mit zwei älteren Damen und einer als etwas schwierig geltenden Haushälterin.
Wie Anne auf höchst unangenehme Art erfahren muss, gab es in der Reihe der Bevölkerung noch mehr, die sich eine Chance auf die Rektorenstelle ausgemalt haben. Und so wird die Fremde nicht gerade herzlich aufgenommen. Dass die Neider ausgerechnet der einflussreichsten Sippe der Stadt entspringen, macht die Sache nicht unbedingt leicht.
Anne steht vor allem in Bezug auf die Pringle-Kinder, die sich gänzlich ihrem Unterricht verweigern, vor einer schwierigen Herausforderung.
Der Tapetenwechsel hat merklich gut getan. Die neue Umgebung bringt dank der vielen Probleme, die auf Anne hereinbrechen, viel frischen Wind in die Serie. Die Handlung schreitet vornehmlich in Form von recht unterhaltsamer Plauderei voran, bei der glaubwürdige Charaktere dafür sorgen, dass es höchst amüsant zugeht. Als Bindeglied zwischen den einzelnen Szenen fungiert Erzähler Lutz Mackensy, der sich sehr angenehm in den Fluss der Geschichte fügt.
Langweile vermag sich diesmal keine breit zu machen. Von großer Spannung kann man bei dieser Serie natürlich auch nicht gerade reden, aber es ist schon recht interessant, ob und wie es Anne gelingt mit den neuen Aufgaben und Schwierigkeiten fertig zu werden.
Einige neue Charaktere tauchen auf der Bildfläche auf, während bekannte verstärkt in den Hintergrund rücken. Am herausragendsten ist für mich die Darbietung von Claudia Urbschat-Mingues, die sich hier mal in einer nicht allzu sympatischen Rolle wiederfindet und das ganz ausgezeichnet bewerkstelligt.
Musikalisch bietet die erste Episode der neuen Staffel nicht wirklich neues. Das ist einerseits zwar etwas schade, da dies den inhaltlichen Ortswechsel wunderbar mit unterstreichen hätte können, andererseits vermögen die bekannten Stücke die harmonische, friedliche "Heile Welt"-Stimmung nach wie vor einwandfrei einzufangen.
Fazit: Es ist einfach herrlich, wieder in die Welt der Anne Shirley einzutauchen. Marie Bierstedt verkörpert diesen Charakter so wunderbar, dass man immer weniger zu zweifeln beginnt, dass sie hier nur eine Rolle spielt. Unterstützt wird sie tatkräftig von den großartigen Darbietungen ihrer Kollegen.
Trotz der nicht gerade kurzen Spieldauer geht es sehr kurzweilig zu, da inhaltlich eigentlich stets etwas neues, interessantes geboten ist.
Note 2+

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