Nachdem es Anne gelungen ist, die Pringles auf ihre Seite zu ziehen, kehrt Ruhe in Annes Alltag ein. Zumindest fast. Denn neue Problemchen lassen nicht allzu lange auf sich warten...
Das Wort "Problemchen" ist hier ganz bewusst verwendet worden, denn im Gegensatz zu den Problemen, die sie bei ihrer Ankunft in Summerside zu bewältigen hatte, sind diejenige diesmal recht harmloser Natur. Eine gewisse Herausforderung sicherlich, doch nichts, das Anne in allzugroße Schwierigkeiten bringen würde.
Das Hörspiel teilt sich mehr oder weniger in drei verschiedene Episoden auf.
Die erste erzählt von den Sinclairs. Mr. Sinclair ist zwar ein herzensguter Mann, kann jedoch auch verdammt stur und unangenehm werden. Als nun ein wichtiges Abendessen ansteht, in welchem der junge Lehrer George MacKay gedenkt um die Hand der älteren Schwester von Annes Schülerin Sophy anzuhalten, bittet diese Anne an dem Essen teilzunehmen, um die Atmosphäre ein wenig aufzulockern.
Die zweite stellt die Gibsons vor. Mutter und Tochter, wobei sich die Tochter aufopferungsvoll um ihre im Rollstuhl sitzende Mutter kümmert und so selbst schon kaum noch über Freizeit verfügt. Der einzige Dank der Mutter scheint darin zu bestehen, die Tochter jeden Tag aufs neue zu bevormunden.
Die dritte schließlich bringt ein wenig Gruselfeeling im Haus der Pringles zum Vorschein. Scheinbar liegt ein Fluch auf dem alten Gemäuer, wie Sarah der jungen Direktorin Anne an einem Abend erzählt, an dem draußen ein fürchterliches Unwetter tobt.
Allzu aufregend geht es in dieser Folge nicht zur Sache. Da konnte mich die vorherige inhaltlich doch weitaus mehr überzeugend. So fehlt es mir diesmal einfach an der Tragweite und Bedeutung der erzählten Annekdoten aus Annes Leben. Ohne Frage gestalten sich diese als amüsant und in gewisser Weise auch unterhaltsam, eine gewisse Langatmigkeit schleicht sich dennoch ein.
Natürlich weiß man inzwischen sehr genau, worauf man sich mit dieser Serie einlässt. Und actionreiche Szenen gehören gewiss nicht zur Erwartungshaltung. Allerdings haben mir bisher stets diejenigen Folgen am besten gefallen, in denen sich inhaltlich entscheidendes bewegt, was hier nicht der Fall ist.
Auch wenn die Passagen mit der alten Mrs. Gibson (Ingeborg Lapsien) großartig gespielt sind, sind es doch diejenigen, die sich am meisten ziehen.
Die akkustische Umsetzung des Stoffes ist wie eh und je großartig. Die Hauptsprecher leisten perfekte Arbeit und die warme, freundliche Musik ist die wunderbarste Untermalung für die Welt von Anne Shirley.
Fazit: Gut, aber aufgrund des etwas zu unaufregenden inhaltlichen Gehalts nur ein recht knappes.
Note 2-

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