Das zweite Jahr in Summerside rast förmlich dahin. Immer wieder wird man als Hörer mit großen Zeitsprüngen konfrontiert. Auf den schwülen Sommer folgt schon bald der nächste Winter.
Und natürlich ist Annes Leben zu keiner Jahreszeit wirklich langweilig.
Glück und Unglück liegen oftmals eng beieinander. Das beweist sich in dieser emotionalen Episode ganz besonders. Die Geschichte um den "kleinen Kameraden" ist eine, die einen wahrhaftig sehr mitnimmt.
Nachdem man Annes Aufenthalte in Avonlea zuletzt stets übersprungen hatte, ist es dieses Weihnachten endlich wieder soweit. Es gibt ein Wiederhören mit Marilla, Mrs. Lynde, Davy und Dora sowie Gilbert - also den ganzen vertrauten Charakteren, die man während Annes Aufenthalt in Summerside schon fast ein wenig vermisst hat. Anne hat allerdings einen Gast mitgebracht: die mürrische Katherine Brooke. Erst nach einigen Anläufen ist es Anne gelungen, ihre Kollegin zu überreden mit nach Green Gables zu kommen.
Ohne Frage ist das, was sich in Annes Heimat an Weihnachten ereignet, schon ordentlich kitschig, nichtsdestotrotz aber auch wunderschön. Und dank der glaubwürdigen Darstellung der Charaktere durch die Sprecher geht einem das ganze tatsächlich nahe. Man bangt, hofft, fiebert und leidet förmlich mit. Das ist es, was diese Serie so besonders macht. Figuren, die einem fast schon zu Freunden geworden sind. Welche andere Hörspiel-Serie kann solches schon von sich behaupten?
Diesbezüglich darf man nicht nur ein großes Lob an die ganzen Schauspieler, sondern einmal mehr auch an die Regie in Form von Marc Gruppe und Stephan Bosenius aussprechen.
Besonders erfreulich ist der Umstand, dass wieder einige Jungtalente zum Zuge kommen. So unter anderen Daniel Schlauch als Lewis Allen und Vincent Fantino als Teddy Armstrong, der kleine Kamerad.
Während ich mir bei der Musik im ersten Teil des Hörspiels gewünscht hätte, dass endlich einmal ein paar neue Klänge Verwendung finden würden, wird dieser Wunsch im zweiten Teil direkt erfüllt. Die weihnachtliche Atmosphäre ist wirklich fabelhaft - wenn auch nicht gerade wenig kitschig (aber das muss ja an Weihnachten fast so sein ;) ) - eingefangen.
Fazit: Eine sehr emotionale Episode, welche mir sehr gut gefallen hat. Vielleicht eine Spur zu kitschig, aber dennoch sehr bewegend.
Note 1-

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