Nach dem Cliffhanger in "Kinder des Bösen" setzt das bereits neunte Abenteuer des Dämonenkillers genau bei den letzten Geschehnissen an. Allerdings macht man dabei indirekt einen ziemlich großen Zeitsprung, weil man die Erlebnisse rückblickend aus der Sicht von Dorian Hunter schildert, der gerade im Begriff ist diese einem unbekannten Gegenüber mitzuteilen. Ein Kniff, den man bereits einmal zur Anfangszeit der Serie angewandt und der bereits dort sehr gut funktioniert hatte.
Coco Zamis ist tot. So lautet die schockierende Nachricht, die Dorian Hunter erreicht. Nach Cocos plötzlichem Abflug nach Hongkong - der, wie man als Hörer des vorangegangenen Abenteuers weiß, nicht ganz freiwillig erfolgt ist - hat sie dort auf einer Party einen Herzstillstand erlitten. Dass an dieser Geschichte alles oberfaul sein muss, ist dem Dämonenjäger sonnenklar. Denn die vorgeschobene Geschichte der Flucht seiner Freundin zusammen mit dem Internatslehrer Lundsdale ist alles andere als glaubwürdig.
So zögert Hunter nicht lange und reist sofort in die Metropole ohne genau zu wissen, was ihn dort erwartet. Ohne zu zögern beginnt er damit, den Ereignissen auf den Grund zu gehen. Und beginnt mit einem Besuch bei Michael Lundsdale...
Anfangs bewegt einen als Hörer natürlich vor allem die Frage, was mit Coco Zamis tatsächlich geschehen ist. Kann es wirklich sein, dass sie aus dem Weg geschafft wurde und nun nicht mehr unter den Lebenden weilt? Ich lag mit meinen frühen Verdacht schlussendlich richtig, nichtsdestotrotzt sind die Geschehnissen bis zur unumstößlichen Wahrheitserkenntnis reich an interessanten Momenten. Allerdings ist die Spannung trotzdem nicht derart hoch wie ich mir das eigentlich erwartet bzw. gewünscht hatte. Obwohl es größtenteils wirklich sehr düster und teils auch sehr hart zur Sache geht, fehlt das gewisse Etwas zum ganz großen Knaller. Im Vergleich zu anderen Gruselreihen bietet Zaubermond mit Dorian Hunter aber weiterhin sehr guter Unterhaltung.
Dadurch, dass dieses Abenteuer im Rückblick erzählt wird, kommt es streckenweise sehr erzählerlastig rüber. Weil sich Dorian Hunter in vielen Szenen ganz allein bewegt und es nicht immer Möglichkeiten gibt, das ganze in Dialoge zu packen, ist dieser Weg wohl insgesamt der richtige. Zumal Thomas Schmuckert mit viel Motivation bei der Sache ist und eine sehr lebendige und mitreißende Schilderungen an den Tag legt. Als Dorian Hunter agiert er Gesprächspartnern einmal mehr absolut kühl und unnachgiebig.
Dies bekommt insbesondere Michael Lundsdale zu spüren. Diesen völlig geschwächten und gebrochenen Charakter spricht niemand geringeres als Andreas Fröhlich, auch wenn das Booklet etwas anderes behauptet. Dabei zeigt er einmal sehr sein großes spielerisches Talent. Ihm in dieser Rolleninterpretation zu lauschen ist schlichtweg ein Genuss.
Markant ist ebenso der Auftritte von Santiago Ziesmer, den wir zuletzt in der allerersten Folge der Serie vernommen haben und auf dessen Wiederkehr ich mich schon seit damals gefreut habe.
Nebendem tummeln sich eine Reihe weiterer bekannter Sprecher, größtenteils bereits bekannte Charaktere, die aber in diesem Hörspiel keine wirklich tragenden Rollen ausfüllen.
Natürlich wird einmal mehr die bekannte, düstere Soundkulisse geboten, bei der vor allem ein neues Stück besonders auffällt. Jenes mit den vermeintlichen Aussetzern nämlich, das einen irgendwie verdammt nervös macht (im positiven Sinne).
Schön sind vor allem Kleinigkeiten wie das hin und her switchen bei Telefonaten zwischen beiden Gesprächspartnern oder die Stille nach dem K.O.-Schlag.
Letztlich ist es die Summe aus all solchen Dingen, welche die Reihe so markant und besonders macht.
Während es mir in der Hauptgeschichte ein wenig an den richtig großen Überraschungen gefehlt hat, so hält das Ende nochmals eine schockierende, noch völlig undurchsichtige Entwicklung bereit, die unglaublich heiß auf die nächste Episode macht.
Fazit: Dorian Hunter bleibt auf Maß. Inhaltlich hebt man sich zwar nicht unbedingt Brüche, dafür geht es erneut düster und hart zur Sache. In Sachen Spannung fehlt allerdings ein wenig was, um das ganze in die Kategorie "sehr gut" einordnen zu können.
Note 2+

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