"Schwindelfrei" startet eine neue Mystery-Serie mit dem Titel "Projekt: Meru", die vom Label "Eins A Medien" vetrieben wird.
Mystery ist ein Genre, das ich persönlich sehr schätze. Jedoch ist mein Maßstab daran meist auch ziemlich hoch. Insbesondere aufgrund von Hörspiel-Serien wie "Gabriel Burns" (Universal) und "Die Schwarze Sonne" (Lausch), die nicht nur eine unglaublich verzwickte Geschichte präsentieren, die man nicht mal eben mit einmal hören durchdringen kann, sondern auch inszenierungstechnisch state of the art sind.
Ich bin versucht die erste Folge "Blutender Himmel" als Stimmungshörspiel zu umschreiben. Dafür, dass ich diesen Begriff gewählt habe, gibt es mehrere Gründe.
Während einer scheinbar recht alltäglichen Situation driftet das Hörspiel schnell in eine höchst mysteriöse Richtung ab. Les Parker und seine Freundin Mary sind auf dem Weg zu den Eltern Les. Les fühlt sich von der langen Autofahrt auf Island zunehmend ausgelaugt und erschöpft. Mit einem mal beginnt seine Wahrnehmung zu verschwimmen und etwas fremdes macht sich breit. Zunächst nur in Form einer undeutlichen Stimme, welche er kaum versteht.
Nach einer rund sechsstündigen Ohnmacht erwacht Les in seinem alten Bett des Elternhauses wieder, wohin hin seine Freundin nach dessen Zusammenbruch schnellstens gebracht hat.
Der Erstling der neuen Mysteryserie ist eher ruhig und drückend gehalten. Die Handlung verläuft gemächlich und gleitet regelrecht von einer geheimnisvollen Vision zur nächsten, eingebettet in schwermütige, fast schon depressiv gehaltene Klänge. Die Gedanken Les nehmen einen nicht unerheblichen Raum ein. Mit Tobias Meister ist diese Hauptrolle exzellent besetzt. Einen besseren Sprecher kann man sich für solch eine Rolle eigentlich gar nicht wünschen. Und auch wenn die Figur des Les wenig Ähnlichkeiten mit einem Dunkelelfen hat, so wird man im Zusammenspiel mit der Inszenierung doch immer mal wieder an die entsprechende Lausch-Produktion erinnert. Auch dort spielt eine beständig begleitende Kulisse eine bedeutsame Rolle.
Geradezu perfekt in Szene gesetzt sind die Momente, wenn Les Wahrnehmung wieder verschwimmt und sein Geist eine Welt fernab der bekannten Realität auftut.
Inhaltlich tut sich während des gesamten Hörspiels gar nicht einmal so viel. Doch das, was sich ereignet im Zusammenspiel mit den zahlreichen unerklärlichen Momenten genügt, um einen über die 60 Minuten gut bei Laune zu halten. Neben dem Hauptfokus auf Les lässt man zwischendurch auch kurz Fremde zu Wort kommen, die augenscheinlich schon mehr wissen und gewisse Pläne verfolgen. Als Hörer jedoch hat man aktuell noch nicht die geringste Chance diese auch nur ansatzweise zu durchschauen.
Jedoch macht genau das den Reiz von Mystery aus. Und solange man dem Hörer genug an die Hand gibt, was ihn neugierig auf die Antworten und den weiteren Verlauf macht und das richtige Maß zwischen Geheimnissen und handfesten Informationen findet, dürften die meisten diesem Reiz wohl auch erliegen. Noch ist es etwas zu früh, dies im vollen Umfang beurteilen zu wollen, denn jetzt werden gerade erst die Grundpfeiler gesetzt. Entscheidend wird sein, wie es weitergeht. Und darauf freue ich mich, insbesondere nach dem in hohem Maße verwirrendem Finale mit seinem offenen Ende, schon sehr.
Neben Tobias Meister bekommt Engelbert von Nordhausen eine größere Rolle zugewiesen. Größere Parts übernehmen ebenso Josef Tratnik, den einige sicherlich von den Perry Rhodan Hörbüchern (ebenfalls Eins A Medien) kennen werden, und Silke Haupt. Letztere erlaubt sich zwar keine Ausrutscher, kommt aber in Gegenwart von Tobias Meister nicht ganz so natürlich rüber, wie es eigentlich sein müsste. Allerdings ist das insgesamt nicht allzu dramatisch, ihre Parts ohnehin nur ganz zu Beginn von größerer Relevanz.
Ohnehin kann man den Sprechercast insgesamt als sehr gelungen bezeichnen.
Fazit: Projekt Meru macht dem Begriff Mystery alle Ehre und wartet mit einer hochgeheimnisvollen Geschichte auf, die wie so viele Vertreter dieses Genres noch recht harmlos anfangen, nur um dann immer mehr an Unerklärlichem zu eröffnen. Die Inszenierung setzt mehr auf Stimmungen und ist eher ruhig und drückend gehalten. Auch wenn in dieser Auftaktepisode noch nicht allzuviel geschieht, reicht dies doch aus, um neugierig auf den weiteren Verlauf zu machen...
Note 1-

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