Diesmal gibt es ein Einzelabenteuer, das nicht mit dem Schwarzen Tod in Verbindung steht und das ist als "Erholung" nach sich zuletzt ziemlich zuspitzenden Ereignissen eine angenehme Abwechslung. Der erste Teil der Geschichte kommt gänzlich ohne John Sinclair aus. Stattdessen bringt man Will Mallmann ins Spiel, welcher natürlich auch kein Unbekannter mehr ist. Mysteriöse Geschehnisse im bayrischen Wald sorgen dafür, dass der Urlaub des BKA-Beamten nicht wirklich lange einer bleibt. Zusammen mit seiner Reisebekanntschaft geht er den seltsamen Gegebenheiten auf den Grund. Sind einige Leute nur verrückt geworden oder geht tatsächlich eine dunkle Macht um?
Da man als Hörer selbst nicht wirklich eine Ahnung hat, was in der abgeschiedenen Gegend des bayrischen Waldes vor sich geht, macht sich schnell Neugier breit. Eine seltsame Begebenheit jagt die nächste. Ganz der klassische Start einer stimmungsvollen Gruselgeschichte. Wie man es von WortArt kennt, setzt man einiges an Schockeffekten ein und diese verfehlen ihre Wirkung in keinster Weise. Die Musikstücke kennt man mittlerweile von der Serie, nichts über die Maßen außergewöhnliches, aber als Untermalung tut es seinen Dienst - und das ziemlich gut.
Dann ist es soweit, der Geisterjäger betritt die Bühne. Und damit erhöht sich zunächst für kurze Zeit nochmals der Mysterygehalt, bevor es schließlich zu einem Actionreichen ausgedehnten Finale übergeht. Letzteres ist sicherlich unterhaltsam, allerdings bringt die direkte Konfrontation mit einem mächtigen Dämon auch so seine Probleme, denn zu diesem Zeitpunkt geht das bis dato vorherrschende unheimliche Moment fast zur Gänze über Bord.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass der gesamte erste Teil sehr atmosphärisch daherkommt, mehr mit den indirekt in Erscheinung tretenden Gruselelementen spielt, während man im zweiten Teil die offene Konfrontation sucht. Dort offenbart sich dann doch das standisierte Schema der Groschenheftromanvorlage, auch wenn letztlich nicht davon die Rede sein kann, dass man schlecht unterhalten wird.
Ein wenig schade ist, dass man die Stimme von Udo Schenk für die Rolle des Dämons ziemlich verzerrt hat. Der Effekt erreicht eher das Gegenteil der eigentlich beabsichtigten Wirkung. Da hatten beispielsweise der Janus-Kopf und andere Dämonen mehr Stil und Qualität. Egal, der Rest der Besetzung ist wirklich sehr gut. Lutz Riedel als Will Mallmann macht viel Spaß und auch Ulrich Pleitgen als Pfarrer sei hier als positives Beispiel erwähnt.
Fazit: Nach einem sehr atmosphärischen Beginn fällt die Story gegen Ende immer deutlicher ab. Denn mehr als das Standard-Techtelmechtel gibt es am Schluss nicht mehr. Ist etwas schade, denn ansonsten hätte diese Episode wirklich das Zeug gehabt zu einer der bisher besten zu werden. Alles in allem wird man aber gut unterhalten. Die Tendenz zu sehr gut ist aufgrund der stimmungsvollen Umsetzung durchaus gegeben, allerdings bietet die Story dann insgesamt doch etwas zu wenig. Für Fans der Reihe jedenfalls ein absolutes Muss.
Note 2+
