"Klingt nach einem Schundroman" - dieses Zitat aus dem Hörspiel selbst lässt sich fast problemlos auf die hier geschilderte Geschichte übertragen.
James Parr wird im Auftrag seines Chefs von Schlägern übel zugerichtet. Als er im Krankenhaus erwacht, sitzt Mary Parker, die Frau seines Chefs und seine heimliche Affäre an seinem Bett. Dank ihr gelangt er in Besitz eines geheimnisvollen Buches, das von den Geistern in einem nahegelegenen Moor erzählt, die ihre grausamen Dienste denjenigen zur Verfügung stellen, der ihnen seine Seele überlässt. Mehr als eine Geschichte? James Parr macht sich auf, um die Wahrheit herauszufinden.
Das "Pakt mit dem Bösen"-Motiv ist gewiss nicht neu, hat aber heute noch immer Potential, wenn es richtig angepackt wird, wie es die Geschichte um "Don E." von Fear4Ears bewiesen hat. Hier allerdings beschränkt man sich auf eher platte Stilmittel und ist weit von einer Erzählung mit größerem Tiefgang entfernt. Das wäre zu verschmerzen, immerhin weiß man ja, dass man solches innerhalb dieser Reihe eher nicht erwarten darf.
Wirklich ernst nehmen kann man das hier gebotene Programm nicht. Dazu schleichen sich zu oft unfreiwillig komische Momente ein. Wenn die Produzenten der Ansicht waren, dass man allein mittels irrsinnig bösen, aber völlig überdrehtem Gelächter beim Hörer Gänsehautstimmung erzeugen kann, haben sie sich ziemlich geschnitten. Eher das Gegenteil ist der Fall.
So ist auch dieses Hörspiel letztlich ein Kandidat, der eher die Trashschiene bedient als dass er versucht echte Gruselstimmung aufleben zu lassen.
Nun kann man sich aber selbst in so einem Fall noch immer auf einen gewissen Unterhaltungswert berufen. Auch wenn mir die Erzählung trotz manch netter Szene insgesamt nicht sonderlich gefallen hat, so muss man dem Hörspiel doch bescheinigen rein handwerklich recht solide umgesetzt zu sein. Vor allem die Musikuntermalung passt hier wirklich prima zum dargebotenen Stoff und wird der Bezeichnung "Geister-Schocker" durchaus gerecht.
Mal abgesehen von den Momenten, in denen die Sprecher zu sehr aufdrehen und man ihre Darstellung einfach nicht mehr ernst nehmen kann, sind die Darbietungen weit entfernt davon schlecht zu sein. Wobei Martin Armknecht den meisten Text zu bewältigen hat.
Fazit: Auch die neueste Geschichte ist handwerklich solide umgesetzt, allerdings vermochte mich die Handlung nicht wirklich zu begeistern. Zum einen bietet man inhaltlich nur wenig, das einen heutzutage noch in irgendeiner Weise mitreißen, geschweige überraschen würde, zum zweiten gibt es nicht gerade wenige Szenen, die einfach zu trashig rüberkommen als dass man die Erzählung als ganzes tatsächlich ernst nehmen könnte. Das muss natürlich gewiss nicht immer gegeben sein, damit ein Hörspiel unterhalten kann. Hier erreicht man alles in allem imho aber nur einen durchschnittlichen Unterhaltungswert.
Note 3
