Reporter Sims möchte im Wachsfigurenmuseum von Madame Tussauds die Nacht verbringen. Zwischen den leblosen Nachbildungen von Mördern und anderen Halunken. Eine tolle Ausgangsbasis für seine neueste Story soll jedoch rasch zum Albtraum werden, als ihm eine Stimme aus der Dunkelheit mit dem Tod droht. Panisch will der Mann den Raum verlassen, doch der ist verschlossen.
Ein Beginn, der doch sehr an das Gruselkabinett erinnert, welches ja ebenfalls von Titania Medien umgesetzt wird. Der eigentliche Fall für Sherlock Holmes und seinen Freund Watson liegt aber in der Aufklärung eines Diebstahls. Denn seit jener Nacht ist ein wertvolles Fallbeil aus genau diesem Raum verschwunden.
Die Ausgangslage klingt also durchaus spannend. Wird aber nach dem gelungenen Vorspiel nachts im Wachsfigurenkabinett wenig ansprechend fortgeführt. Der Besuch von John Tussaud verliert sich doch zu sehr in langweiligem Geplauder und nimmt der Geschichte viel an Tempo. Dieser etwas plätschernde Stil bleibt zwar auch weiterhin erhalten, allerdings wirkt die Dosierung später besser und dadurch, dass der Fall auch zunehmend in Fahrt kommt, haben die verschiedenen Gespräche deutlich stärkere inhaltliche Relevanz. Nichtsdestotrotz kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Dialoge alles in allem zu ausgewalzt sind und dazu führen, dass das Hörspiel langgezogen erscheint.
Zumal der Fall selbst recht simpel ist. Durchaus angereichert mit einigen gruseligen Momenten und alles in allem sehr schlüssig aufgezogen, aber eben auch nicht immens schwer zu durchschauen. Und da überrascht es nicht gerade, dass Holmes Methoden ebenfalls einfach gestrickt bleiben und nur wenig von der sonst üblichen Genialität dieses Charakters durchschimmern kann. Das ist und bleibt nach wie vor die größte Schwäche dieser noch jungen Reihe.
Axel Lutter scheinen die Jungs von Titania Medien in letzter Zeit nur zu gerne in Bösewicht-Rollen zu besetzen. Die spielt er aber auch stets großartig. Daher ein allemal nachvollziehbares Vorgehen.
Ihm kommt hier allerdings trotz seines gelungenen Auftritts gar nicht mal die Hauptrolle zu. Neben Holmes und Watson ist es vor allem Till Endemann als John Tussaud, der das meiste an Text zu bewältigen hat. Und das macht er ebenso überzeugend wie auch seine Kollegen Simon Jäger, Maria Koschny und Michael Pan. Die Besetzung ist also einmal mehr großartig.
Sehr gelungen ist auch die akustische Untermalung. Düstere Stücke sind perfekt, um die gruselige Atmosphäre im Wachsfigurenkabinett aufleben zu lassen. Und auch mit verschiedenen Geräuscheffekten (Stichwort Explosion) schafft man immer wieder gelungene Akzente. Somit bietet man also auch diesbezüglich die Qualität, die man von Titania Medien gewohnt ist.
Fazit: Angesichts des doch sehr einfachen Falls ist die Spielzeit deutlich zu lang. Denn so wirkt das Hörspiel an verschiedenen Stellen zu langgezogen.
Gerade noch gut – wofür hauptsächlich die nach wie vor exzellente akustische Umsetzung verantwortlich ist. Das Drehbuch selbst ist leider keine allzu positive Überraschung.
Note 2-
