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» Einzelhörspiel » 000) Der Novembermann
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» Maria und Henry, die Pastorenfrau und der blinde Musiker, treffen sich nur einmal im Jahr, auf Sylt. Er ist ihr »Novembermann«. Doch dann stirbt Maria. Und Hermann, ihr Mann, beginnt, ihre Spur aufzunehmen. Die melancholische Dreiecksgeschichte war als Fernsehfilm ein fulminanter Erfolg. Die Filmautoren haben auch das Hörspiel geschrieben und inszeniert: Mit Michael Mendl und Hans Michael Rehberg wird die Geschichte zum großen Sehnsuchtskino für die Ohren.
» Produktion: SWR
» Regie: Jobst Oetzmann
» Buch/Script: Magnus Vattrodt
» Umfang (CDs): 1
» ISBN: 9783455306019

» VÖ: 2008-07-18
» eine Produktion von Hoffmann und CampeWebseite des Labels
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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Einzelhörspiel (000) Der NovembermannDer Novembermann ist ein Radiohörspiel des Südwestrundfunk, das nun vor kurzem - fast schon still und heimlich - auf CD erschienen ist.

Recht schnell ist klar, dass es hier nicht um eine Geschichte aus dem Bereich der Phantastik geht, sondern vielmehr ein menschliches Drama aufgearbeitet wird, das in der Realität absolut im Rahmen des Möglichen wäre. Die Idee des ganzen wirkt zunächst sehr ungewohnt, für einen Moment vielleicht sogar unglaubwürdig, doch je weiter man sich in den Charakteren verstrickt, je tiefer man in deren Leben eintaucht, umso interessanter und verblüffender erweist sich das Ganze.

Es ist die Erzählung eines Pfarrers, der mit seiner Frau nahe der Kirche der Gemeinde wohnt. Es sind die letzten Tage des Oktober, kurz vor Abreise Marias in den sonnigen Süden Italiens. Als am Nachmittag das Telefon klingelt, ist die Tochter am Apparat, um für das letzte gemeinsame vor dem Beginn der Reise ihrer Mutter zuzusagen.

Kennt man die Inhaltsangabe vor dem Hören nicht, darf man sich als Hörer noch fragen, in welche Richtung das ganze denn steuern mag. Zu diesem Zeitpunkt ist wahrlich alles offen.

Die entscheidende Wendung erfährt das Hörspiel mit der plötzlichen Nachricht vom Tod Marias auf der Busreise. Allerdings nicht auf der Strecke nach Italien, sondern kurz vor Bremen. Dieser Umstand bringt Hermann fast mehr aus der Fassung als alles andere. Welches Geheimnis verbarg seine Frau vor ihm? Womöglich über viele Jahre hinweg!

Mit seiner ruhigen, bedächtigen Erzählweise macht es das Hörspiel einem etwas schwer richtig in Fahrt zu kommen. Doch nach dem ersten Aufeintreffen in Sylt lässt das zwischenmenschliche Beziehungsspiel keinerlei Platz für Langweile mehr. Das Interesse steigt mit jeder neuen Szene an. Die beklemmende Stimmung über das gesamte Hörspiel hinweg tut ihr übriges, um die an sich sehr traurig gestimmte Thematik noch deutlicher hervorzuheben.
Eine ungewöhnliche und sehr fesselnde Geschichte, der es an Tiefgang (der auch nicht etwa künstlich in die Erzählung gezwungen wird) nicht mangelt.
Ungewohnt ist ganz sicher die gewählte Erzählperspektive. Anstelle von Ich redet der personale Erzähler nahezu immer mit Du (von wenigen Ausnahmen, in welchen er ins Ihr verfällt abgesehen). Das beinhaltet insbesondere sämtliche Gedanken. Dadurch bezieht man den Hörer nochmals viel intensiver mit ein, als wenn man das sonst eher übliche, aber etwas distanziertere Ich gewählt hätte. So kann sich der Hörer, obwohl er selbst sonst vielleicht nie mit einer ähnlichen Situation konfrontiert wäre, dieser viel weniger entziehen.

Das Hörspiel wird getragen von bekannten, hochkarätigen deutschen Schauspielern in den Hauptrollen. Das verspricht und bürgt letztlich auch für Qualität. Das Zusammen- und Gegeneinanderspiel von Hans Michael Rehberg und Michael Mendl ist erstklassig. Auch bei den weiblichen Rollen hat man mit Sophie Rogall (Sarah), Lilia Lehner (Susanne), Lena Stolze (Maria) und Irene Kugler (Evelyn) wunderbare Besetzungen gefunden.

Musik spielt für dieses Hörspiel eine sehr große Rolle. Allerdings eher als unterbewusst eingesetztes Stilmittel. Denn diese drängt sich mit einer Ausnahme niemals in den Vordergrund, begleitet einen dafür aber stetig. Die erwähnte Ausnahme stellen Klavierszenen dar, die den Ruhepol noch ein Stück weiter manifestieren.

Fazit: Faszinierend. Und treffend wie melancholisch umgesetzt. Hier geht es nicht darum eine besonders spannende sondern stattdessen eine durchdachte, außergewöhnliche Geschichte mit richtigen Charakteren und nicht nur platten Figuren zu erzählen. Wer tiefgängige und gefühlvolle Hörspiele schätzt, sollte unbedingt reinhören.

Note 1


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» Hörer-Meinungen (1)
Jochen Odendahl schrieb am 13.08.2015 13:33:40 Uhr
Bewertung: 15 / 15

großartiges Kopfkino! Den Film darf man sich danach getrost sparen, Götz George mit seinen Manierismen kann der Rolle des Henry sicher nicht gerecht werden. Man hat hier aber auch den Eindruck, daß es sich weniger um ein Drehbuch als um eine Erzäh-lung handelt (die Gedanken des Erzählers, Hermanns). Man kennt das von anderen Versuchen einer filmischen Umsetzung, ich denke da zum Beispiel an die "Toten" von James Joyce. Wer diese Erzählung zum Beispiel von Christian Brückner einmal vor-getragen hören durfte (ich bin für das Live-Erlebnis 600km nach Potsdam gefahren), kann danach von der Verfilmung nur enttäuscht werden, selbst wenn sie von einem so großartigen Regisseur wie John Huston inszeniert wird. Die Phantasie hat halt mehr Requisiten als Babelsberg.
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