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» Die schwarze Stunde » 004) Die Pflanzen des Dr. Cinderella
Cover - Die Pflanzen des Dr. Cinderella
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» Die drei klassische Grusel-/Horrorgeschichten von Gustav Meyrink (Autor von "Der Golem") sind inhaltlich und sprachlich sehr nahe am Original gehalten. Modernes Sounddesign und zeitgenössische klassische Musik von P. Bishay (Komponist Staatsoper Kairo) lassen den Hörer in Meyrinks subtilen Horror eintauchen.
» Buch/Script: Gustav Meyrink

» VÖ: 2007-09-14
» eine Produktion von Hörspiele-WeltWebseite des Labels
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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Die schwarze Stunde (004) Die Pflanzen des Dr. CinderellaDie Schwarze Stunde 4 - Ein Sammlung düsterer Geschichten aus der Feder von Gustav Meyrink.

Nach einem stimmungsvollen Intro entführt einen Helmut Krauss in die Pflanzenwelt des Dr. Cinderella. Der Titel klingt interessant, lässt einiges vermuten, die Geschichte selbst gleitet aber zunächst in eine etwas andere Richtung. Es offenbart sich ein sehr verrätselter, mystischer Kontext, welcher das ganze nicht immer leicht durchdringbar macht. Konzentration ist hier ohnehin Pflicht, von etwas abgelenkt zu werden und sei es nur kurzzeitig, kann man sich nicht leisten. Immer wieder konfrontieren einen an sich harte Sprünge, die aber als solche gar nicht immer zu erkennen sind, da die Überleitungen stets sanft und verschwimmend erscheinen. Ein Erzählton, der einen in Sicherheit wiegt und so die inhaltlichen Schnitte jedes mal von neuem abfedert.
Eine Geschichte, die sich zuallererst an Metaphoriker richten dürfte. Dies zeigt besonders deutlich die Schilderung der Pflanze(n), die in ihrer Art deutlich an einen menschlichen Körper, genauergesagt Versatzstücke eines solchen erinnert. Sprachlich äußerst geschickt erzeugt der Autor so unweigerlich ein innerliches Schaudern. Der Gedanke an ein animalisches, fast schon menschliches Pflanzenwesen in einer mystischen Aura, in der sich Realität und Traum vermischen zu scheinen, verfehlt die gewünschte Wirkung keineswegs.

Die gesamte CD ist in einen passenden musikalischen Rahmen gebettet. Auch während der Lesungen hört man immer wieder düstere Klänge, welche sofort für die passende Atmosphäre sorgen.

Eine zweite Lesung findet sich als 3. Geschichte. "Der Schrecken" berichtet von einem zum Tode verurteilten, der seine letzten Stunden gefesselt auf einer Gefängnispritsche zubringen muss. Auch dies ein Szenario, das man keineswegs als angenehm bezeichnen kann und so stellt sich ebenso hier ein mulmiges Gefühl ein, welches weniger auf besonders gruseligen Elemente im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr auf dem Schrecken, der sich durch die Gedanken des Gefangenen manifestiert, basiert.

"Der Albinio" ist der dritte im Bunde. In dieser Besprechung als letzter erwähnt, obwohl er bei der Produktion an zweiter Stelle angesiedelt ist. Im Gegensatz zu den beiden anderen Erzählungen ist "Der Albino" ein Hörspiel. Dass dieses an zweiter Stelle plaziert ist, hat wohl auch den Sinn den Hörbuch-Stil etwas aufzubrechen und für Lockerung zu sorgen. Die Story gefällt erneut. Der Autor spielt mit Abgründen der menschlichen Seele. Folter, Vernichtung, Rache, das sind die Motive, die dabei zum Einsatz kommen. Insbesondere die Schilderung über die grausamen Qualen durch die Behandlung lässt einem das Blut in den Adern stocken. Obgleich das ganze als Hörspiel betitelt wird, erscheint es aber ebenfalls mehr als Erzählung. Dafür maßgeblich Verantwortlich sind die zahlreichen Einsätze des auktorialen Erzählers und zum anderen der umfangreiche Bericht einer Person, den man durchaus schon als Monolog bezeichnen kann.

Die Sprecher leisten durchgehend gute bis sehr gute Arbeit. "Die Pflanzen des Dr. Cinderella" wird von Helmut Krauss gelesen. "Der Schrecken" von Olaf Pessler. Dieser ist auch im Hörspiel "Der Albino" zu hören. Dort außerdem: Fabian Harloff, Konrad Halver, Olaf Seider und andere mehr.

Fazit: Drei Geschichte von Gustav Meyrink bekommt man hier geboten. Zwei davon als Lesung, eine davon als Hörspiel. Das ganze wird in einem sehr stilvollen Rahmen präsentiert. Immer wieder schöne Musikstücke, welche sowohl zwischen den einzelnen Erzählungen als auch während derer zu hören ist. Außerdem beigemischte Effekt. Die Leser und Sprecher machen ihre Sache hier gut. Wer also Gefallen an düsteren, nicht ganz alltäglichen und bisweilen etwas metaphorsich bestückten Geschichten hat, der kann hier durchaus mal ein Ohr riskieren.

Note 2-


3


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