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» Kai Meyers Brüder Grimm » 001) Die Geisterseher

Cover - Die Geisterseher

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» Unruhige Zeiten im ehrwürdigen Weimar von 1805. Erst bricht ein Schauspieler tot zusammen, als Goethe seinen Faust aufführt, dann liegt Schiller sterbenskrank darnieder. Und mitten in der Szenerie die Brüder Grimm, die den beiden Dichterfürsten ihre Aufwartung machen wollen und stattdessen in ein finsteres Komplott um ein geheimnisvolles Manuskript geraten ...
» Regie: Marco Göllner
» Musik: Marcel Schweder
» Buch/Script: Kai Meyer, Marco Göllner
» Umfang (CDs): 3

» VÖ: 2009-10-07
» eine Produktion von ZaubermondWebseite des Labels

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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Kai Meyers Brüder Grimm (001) Die Geisterseher"Wahrheit und Dichtung"

Der Zaubermond-Verlag vertont Kai Meyers Roman um die Gebrüder Grimm. Jakob und Wilhelm, den meisten wohlbekannt durch ihre Werke. Märchen wie Schneewitchen, Rapunzel und der Goldesel stammen aus ihrem Repertoire.

Neben den beiden spielen weitere bekannte Schriftsteller der damaligen Epoche in Kai Meyers Geschichte eine bedeutsame Rolle. Alles beginnt mit dem Besuch der Brüder Grimm bei Friedrich Schiller, dessen geister Zustand wirr scheint. Sie überbringen die Medizin von dessen Freund Goethe. Im Gegenzug erhalten sie ein Manuskript, welches sie dem Dichterfürsten aushändigen sollen.
Unterwegs wird Schillers Werk von unbekannten gestohlen. Aus Angst vor Goethes Zorn verschweigen sie ihm gegenüber den Verlust und hegen die Hoffnung dieses auf irgendeine Art und Weise wiederzubeschaffen. Am gleichen Abend werden sie in Goethes Haus Zeuge einer merkwürdigen Zusammenkunft, die ihr Vertrauen in den genialen Schreiber drastisch erschüttert.
Am nächsten Morgen machen sie sich in aller Frühe aus dem Staub und erfahren wenig später vom plötzlichen Tode Schillers. Doch ist all dies erst der Auftakt zu einem großen Abenteuer um Morde, Geheimnisse und längst vergessenes Wissen...

Diese Geschichte um die Gebrüder Grimm, welche Kai Meyer auf real existierenden Personen und Hintergründen aufgebaut hat, zählt zu dessen Frühwerken. Dies merkt man im Vergleich zu seinen Werken heute am ehesten an dem noch geringen Anteil von Fantasy-Elementen. Man könnte im Vorfeld vermuten, dass eine Menge der Motive in den Märchen der Brüder Grimm Verwendung finden könnte. Doch dies geschieht nicht in der übernatürlichen Form wie bei Grimms Märchen. Vielmehr lässt Kai Meyer die möglichen Vorbilder für die Schriften der einzelnen Autoren einfließen, was sich als äußerst reizvoll erweist.

Gänzlich hält sich Kai Meyers Geschichte aber trotzdem nicht an reale Gegebenheiten. Eine Menge an geheimnisvollen Elementen fließt immer wieder in die Handlung ein. Die Erzählung schreitet in unterschiedlichen Etappen voran, die sich an den jeweils großen Schauplatzwechsel orientieren: Weimar - Warschau - Vogelöd. Immer wieder wird man dabei mit neuen Entwicklungen konfrontiert. Querverbindungen tun sich auf, die auch auf den zweiten Blick nicht wirklich zu einer Erhellung der Tatsachen führen. Hat man es hier schlicht mit Zufällen zu tun oder steckt hinter allem tatsächlich eine große Verschwörung? Die verwinkelte Storyline ist nicht allzu einfach zu durchschauen, aber gerade das macht sie so interessant.
Innerhalb des Drehbuchs wechselt man stets zwischen actionreichen Momenten und solchen, in denen es darum geht, in Form von Dialogen und Monologen Zusammenhänge darzustellen. Auf diese Weise hat Langeweile wenig Chance.

Einzig der hohe Erzähleranteil von Wilhelm Grimm ist meines Erachtens nicht immer allzu günstig. Die Idee ist dabei prinzipiell interessant. Ein gealteter Wilhelm Grimm, der aus seiner Sicht im Rückblick von den Erlebnissen berichtet. Übernommen wird dieser Part von Hasso Zorn, der diese Rolle ganz hervorragend ausfüllt. Die Kritik richtet sich also nur an das Drehbuch welches den Erzähler bisweilen etwas zu sehr betont.

Dieses Hörspiel spielt nicht nur in der Zeit von Goethe und Schiller, sondern versucht auch gleichzeitig ein wenig den damaligen Sprachstil einzufangen, was Kai Meyer recht ordentlich gelingt, ohne dass es dabei irgendwie anstrengend werden würde.

Bereits erwähnter Hasso Zorn ist hier nur einer unter vielen. Den Sprechercast darf man durchaus als eindrucksvoll bezeichnen. Da wären natürlich zunächst einmal die beiden jungen Brüder Grimm, Marius Clarén als Wilhelm und Markus Pfeiffer als Jakob, Goethe (Matthias Habich) und Schiller (Henning Kober) und später in Warschau E. T. A. Hoffmann. Letzterer wird von Andreas Fröhlich verkörpert, den die meisten als Bob Andrews bei den drei ??? kennen dürften. Viel erinnert hier aber nicht an diese Rolle, was ganz klar als Kompliment für Fröhlichs Spiel gewertet werden darf.
In diesem Hörspiel erlebt man außerdem Hans Werner Bussinger in einer seiner letzten Rollen. Und dabei überfällt einen umso mehr Trauer diese großartige Stimme in weiteren neuen Produktionen nicht mehr hören zu können.
Zwei weitere sehr markante Stimmen sind diejenigen von Gerlach Fiedler, den man zuletzt nach langer Zeit schon bei Dorian Hunter (ebenfalls Zaubermond) wieder hören konnte, sowie Sven Plate. Thomas Schmuckert, der in der Dorian Hunter-Reihe den gleichnamigen Protagonisten spielt, darf hier in die Rolle des Fieslings schlümpfen - und auch das steht ihm ganz hervorragend.
Die Liste ließe sich an dieser Stelle natürlich noch ein gutes Stück weiter fortsetzen, denn natürlich hat die Geschichte eine ganze Reihe weiterer Charaktere aufzubieten. Wer noch mehr erfahren will, wirft einfach einen Blick in die vollständigen Sprecherliste auf dieser Seite oder aber direkt im chicen Booklet, das dem Digi-Pack beiliegt.

Für die zur Zeitepoche passende Musik, welche schnell ins Ohr geht und über den nötigen Wiedererkennungswert verfügt, zeichnet sich cantarelos.de verantwortlich. Im direkten Vergleich zur "Wellenläufer"-Trilogie, die ebenfalls basierend auf einem Roman von Kai Meyer vor kurzem erschienen ist, kann man aber in Bezug auf die Musik nicht wirklich mithalten, was aber angesichts der atemberaubenden Qualität derjenigen von STIL und des Berliner Filmorchesters nicht weiter verwunderlich ist und die Klangkulisse hier keineswegs herabwürdigen soll.
Auch bei der Geräuschkulisse hat man sich hörbar Mühe gegeben. Hufe von Pferde, Räder von Kutschen, Krähen, Türen, Klirren aufeinanderschlagender Degen - das und was eben sonst so anfällt findet sich alles an der richtigen Stelle wieder.

Fazit: Eine spannende, interessante Geschichte, die von den Motiven teils etwas an die Alchimistin erinnert, jedoch ganz andere Pfade beschreitet.
+ reizvolle Grundidee
+ gelungene Inszenierung
- etwas zu lang geratene Erzählerparts
Note 1-


4


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Sprecher

SprecherRolle
Hasso Zorn Wilhelm Grimm
Marius Clarén junger Wilhelm Grimm
Markus Pfeiffer Jakob Grimm
Matthias Habich Johann Wolfgang von Goethe
Andreas Fröhlich E.T.A. Hoffmann
Gerlach Fiedler Baron Zbigniew
Celine Fontanges Anna von Brockdorf
Brigitte Grothum Gräfin Elisabeth von der Recke
Sven Plate Prinz von Württemberg
Hans-Werner Bussinger Moszinsky
Henning Kober Friedrich von Schiller
Anja Nestler Charlotte von Schiller
Lennardt Krüger Deserteur
Elga Schütz Dorothea, die Dienstmagd Goethes
Gordon Piedesack Direktor Ecatarina
Thomas Schmuckert Spindel
Mia Diekow Natascha
Konrad Halver Moebius
Andreas Mannkopff Friedhofswärter
Jochen Schröder Wächter von Vogelöd
Gabriele Leidloff Ägypterin Seschat
Marco Göllner ...
Stefan Krause ...
Tim Kreuer ...
Peggy Lukac ...
Leonhard Mahlich ...
Eva Michaelis ...
Philipp Moog ...


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