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» Einzelhörspiel » 000) Der Tod in Venedig
Cover - Der Tod in Venedig

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» Diese Begegnung verändert sein Leben – und bringt ihm den Tod. Der Schriftsteller Gustav von Aschenbach reist zur Erholung nach Venedig und verfällt dort dem Knaben Tadzio. Trotz der Cholera, die in der Stadt grassiert, bleibt er in der Nähe des Angebeteten. Als Tadzio mit seiner Familie abreist, ist es für Gustav von Aschenbach bereits zu spät. Virtuos gelingt es Regisseur Ulrich Lampen die Sprache Thomas Manns in die Atmosphäre der sommerlich morbiden Lagunenstadt einzuweben. Ulrich Noethen als Erzähler und Rüdiger Vogler als Gustav von Aschenbach intensivieren die Stimmungsschwankungen des alternden Schriftstellers durch ihre gekonnt zurückgenommene Interpretation.
» Produktion: Hessischer Rundfunk, Norddeutscher Rundfunk
» Regie: Ulrich Lampen
» Musik: Michael Riessler
» Buch/Script: Thomas Mann
» Umfang (CDs): 2
» Dauer: 150 Minuten
» ISBN: 9783867172608

» VÖ: 2009-07-17
» eine Produktion von HörverlagWebseite des Labels
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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Einzelhörspiel (000) Der Tod in VenedigThomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig" gibt es nun auch als Hörspielbearbeitung des Norddeutschen und Hessischen Rundfunks. Eine leichte Vorlage hat man sich für eine Vertonung ganz gewiss nicht ausgesucht. Die Schwierigkeit dem Medium Hörspiel und der Mann'schen Sprachgewalt gleichzeitig gerecht zu werden, darf man getrost als Herausforderung der besonderen Art bezeichnen.

Noch ehe man das wesentliche über Gustav von Aschenbach, den Protagonisten dieser Erzählung erfahren hat, weiß man bereits das wichtigste über die gewählte Art der Inszenierung, die sich vor allem in den ersten Minuten sehr schwerfällig ausnimmt. Man hält sich sehr nahe am Originaltext, was dem Hörspiel eher den Charakter einer inszenierten Lesung verleiht. Dabei werden die Erzählerpassagen auseinandergenommen, um anschließend wieder zusammen geschnitten zu werden. Eine Technik, wie man sie beispielsweise auch von Regisseur Sven Stricker kennt, der diese aber noch intensiver betreibt und dabei nahezu schon perfektioniert hat. Von dessen Qualität ist man hier noch ein gutes Stück entfernt, auch wenn man zusätzlich in die Erzählerpassagen den gealterten Aschenbach mit seinen subjektiven Eindrücken und Gedanken zu Wort kommen lässt. Dies ist aber im wesentlichen schon alles, was man dem Hörspiel an Inszenierung in Bezug auf das Drehbuch zugesteht. Die am Rande auftauchenden Figuren kommen nur selten zu Wort, zu selten, um von einem tatsächlichen Hörspiel-Gefühl sprechen zu können.
So ist es etwas schwer, Zugang zu diesem Hörspiel zu finden, zumal die Sprachkunst Thomas Manns schwarz auf weiß leichter zu verdauen ist, als wenn sie auf diese Weise vorgetragen wird.

Nun trägt Manns Novelle natürlich nur wenig hörspielhafte Züge in sich, so dass man den Regisseuren nicht mal groß einen Vorwurf daraus machen kann, sich nahe am Originaltext gehalten zu haben. Dennoch gibt es aber manche Szenen, die mir in einer direkteren, lebendigeren und weniger distanzierten Umsetzung deutlich besser gefallen hätten. Beispielhaft genannt sei der Auftritt der Straßenmusiker, deren Gesang zwar ausführlich umschrieben wird, den man aber überhaupt nicht zu hören bekommt. Wenn man sich schon daran macht, Stoff von einem Medium in ein anderes zu transponieren, dann sollte man solche Chancen für direkte Inszenierung eigentlich nicht auslassen.
Exemplarisch sei noch die Hörspielumsetzung um Manns Hochstapler Felix Krull von bereits erwähntem Sven Stricker in die Runde geworfen (ebenfalls beim Hörverlag erschienen), welcher es gelingt, das so typische der Vorlage zu erhalten und dennoch ganz Hörspiel zu sein.

Die Schwerfälligkeit der ersten Minuten verliert sich mit Beginn der Reise etwas, schlägt später aber immer wieder durch. Dennoch kann man sich mit etwas Mühe - auch in Anbetracht mancher inzwischen etwas alt wirkender Sprachkonstrukte - auf das Hörwerk einlassen und sich von diesem in gewisser Weise gefangen nehmen lassen.
Über Manns Vorlage braucht man wohl kaum viele weitere Worte zu verlieren. Quellen für Inhalt und Interpretationsspektren gibt es im Netz gewiss genug. Erwähnenswert ist an dieser Stelle hauptsächlich die Umsetzung der durch Mann mit Worten geschaffenen Atmosphäre und derjenigen, die sich mittels Musik ergibt. Jene wirkt stellenweise gar regelrecht unangenehm, fängt damit aber wunderbar das verseuchte, krank machende, fiebrige und zeitgleich doch so schön-faszinierende Venedig ein. Der immer wieder aufglimmenden Todesahnungen Aschenbachs wird die Schönheit und Vitalität der Jugend in Form des polnischen Tadzio gegenübergestellt, in dem sich Aschenbach während seines Aufenthalts unter Verlust sämtlicher Selbstbeherrschung völlig verliert.
Dieser Zwiespalt wird von den erstklassigen Sprechern (Ulrich Noethen als Erzähler sowie Rüdiger Vogler als Aschenbach) hervorragend eingefangen.

Fazit: Mit Thomas Manns "Der Tod in Venedig" greift man sich nicht unbedingt ein Werk heraus, das allzu Hörspiel-tauglich ist, was man dem ganzen schlussendlich deutlich anhört. Das ganze erinnert vielmehr an eine inszenierte Lesung, die zwar dank großartiger Sprecher und einer atmosphärischen Musikkulisse gut umgesetzt ist, aber den Zugang zu Manns Erzählung nicht gerade leicht macht. Da ist selbst lesen fast ergiebiger.

Note 3


3


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Sprecher

SprecherRolle
Ulrich Noethen Erzähler
Rüdiger Vogler Gustav von Aschenbach
Felix von Manteuffel Salonbesucher/Kritike
Heinrich Giskes Kapitän
Heinz Meier Alter Geck
Oliver Kraushaar Gondoliere
Helmut Stange Ein Alter
Karina Krawczyk weibliche polnische Stimme
Peter Fricke Manager des Hotels
Sylvester Groth Coiffeur
Christian Redl Der Spaßmacher
Jens Harzer Clerk


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