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» Einzelhörspiel » 000) Ruhelos
Cover - Ruhelos

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» Was geschieht, wenn alles, was man über seine Mutter zu wissen glaubte, sich plötzlich als Trugbild erweist? In dem langen heißen Sommer 1976 erfährt Ruth Gilmartin, dass ihre Mutter Sally in Wirklichkeit Eva Delektorskaja, eine russische Emigrantin und ehemalige Spionin, ist.
» Produktion: Norddeutscher Rundfunk
» Regie: Andrea Getto
» Buch/Script: William Boyd
» Umfang (CDs): 2
» Dauer: 100 Minuten
» ISBN: 9783886989485

» VÖ: 2009-08-00
» eine Produktion von steinbach sprechende bücherWebseite des Labels
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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Einzelhörspiel (000) RuhelosSally Fairchild hat Angst um ihr Leben. Ihre Tochter tut sich schwer das merkwürdige Verhalten der älteren Frau nachzuvollziehen. Warum die Vorsicht bei den Telefonaten, warum die ständige Sorge, verfolgt zu werden?
In den vergangenen zwei Jahren hat Sally Fairchild damit begonnen, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Eine Vergangenheit, die mehr als turbulent war und die sie nun ihrer Tochter eröffnet...

"Ruhelos" von William Boyd ist mehr ein Spionagethriller denn ein Kriminalhörspiel, welcher größtenteils zu Zeiten vor und während des zweiten Weltkriegs spielt und die Vorgänge aus Sicht einer britischen Agentin schildert, die ursprünglich aus Russland stammt.
Immer wieder wechselt die Erzählung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wobei die Vergangenheit den Antriebspunkt für die Ereignisse der aktuellen Zeit darstellt. Der Schwerpunkt liegt weniger auf sonderlich actionreichen Passagen als vielmehr auf der Aufarbeitung der Hintergründe. Ihre Faszination bezieht das Hörspiel so auch weniger durch eine akute Bedrohung oder sich zuspitzende Gefahr, sondern durch den realen geschichtlichen Hintergrund, der ziemlich geschickt mit einer fiktiven Geschichte verknüpft wird, von der man sich absolut vorstellen kann, dass sie sich tatsächlich so zugetragen haben könnte.
Wer atemberaubende Spannung erwartet, ist hier falsch. Mit einem gewissen Grundinteresse für die geschichtlichen Hintergründe des zweiten Weltkriegs wird man aber sicherlich Gefallen an diesem Hörspiel finden.
Zumal es trotz der ruhigeren Gangart der Inszenierung durchaus mal härter zur Sache geht. Ganz so, wie man sich das im Geheimdienstgeschäft auch erwartet.

Die Musikuntermalung wirkt recht typisch für modernere Radioinszenierungen. Allerdings sagt mir diese hier nicht so wirklich zu, da es ihr in meinen Augen nur schwer gelingt, Atmosphäre zu erschaffen. Zwar sind ständig Klänge präsent, jedoch wirken diese gerade in der Anfangszeit teils sogar eher wie eine Störung der Dialoge. Man gewöhnt sich mit der Zeit daran, so dass man diese irgendwann gar nicht mehr bewusst wahrnimmt, was dann allerdings auch nicht unbedingt als Kompliment aufgefasst werden kann.
Keinen Grund zur Klage gibt es dagegen in Bezug auf die Abmischung und Vergeräuschung. In dieser Hinsicht sind Radiohörspiele nicht selten vorbildlich.

Mutter und Tochter sind hier die Protagonisten. Dass die Mutter zugleich in die neutrale Erzählerrolle während der Schilderung der Ereignisse der Vergangenheit schlüpft, wirkt anfangs etwas seltsam, da man unweigerlich einen selbstreflektiveren Bericht erwarten würde. Allerdings ergibt dies in Anbetracht dessen, dass hier ein neutraler Bericht als Grundlage für die Erzählertexte dient, durchaus Sinn.
Am Sprechercast gibt es nicht das geringste auszusetzen. Hier wird von allen Beteiligten, darunter Hille Darjes, Ulrike Grothe und Bernhard Romer, einweindfreies geboten. Etwas schade ist, dass man sich seitens Steinbach entschlossen hat, nicht den kompletten Sprechercast im Booklet abzudrucken.

Fazit: Eine gelungene Geschichte, die zwar nicht gerade superspannend erzählt wird, sich aber dennoch interessant und mitreißend ausnimmt. Zwar bin ich von der Inszenierung nicht vollständig angetan, nichtdestotrotz hat man es auch dank des überzeugenden Sprechercasts mit einem gut hörbaren Hörspiel zu tun, das inbesondere für Leute interessant sein dürfte, die sich auch ein wenig für geschichtliche Hintergründe interessieren.

Note 2


4


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