Titel-Details

» Kai Meyers Brüder Grimm » 002) Die Winterprinzessin
Cover - Die Winterprinzessin
Durchschnitts-Kurzwertung:

10 / 15

» Karlsruhe 1813: Wilhelm und Jacob Grimm erreichen den Hof des Großherzogs – mit einem Empfehlungsschreiben Goethes in der Tasche. Doch gleich nach ihrer Ankunft werden sie Zeugen von Mord und Erpressung. Was hat es mit dem Kind auf sich, dem ein englischer Lord ebenso nachjagt wie eine Gruppe indischer Priester – und welche Rolle spielt die exotische Prinzessin Jade in diesem Spiel ...?
» Regie: Marco Göllner
» Buch/Script: Kai Meyer
» Umfang (CDs): 4

» VÖ: 2011-10-07
» eine Produktion von ZaubermondWebseite des Labels

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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Kai Meyers Brüder Grimm (002) Die WinterprinzessinEin Besucher klopft nachts an die Tür des Schriftstellers Goethe und bittet um Einlass.
Mit dieser geheimnisvollen Szene, die noch gänzlich ohne einen Erzähler auskommt, startet die zweite Folge der Reihe um die Abenteuer der Gebrüder Grimm. Als Hörer ist man in dieser Szene gänzlich den Geräuschen und wenigen Worten ausgeliefert, um sich ein Bild von den Vorgängen zu machen. Dass dies nur unzulänglich gelingt, ist pure Absicht. Denn wie sich später herausstellt, handelt es sich hierbei um eine der Schlüsselszenen dieser Geschichte.
Der Abschluss dieser Szene dürfte manch einen zweifellos aus der Gemütlichkeit des heimischen Sessels katapultieren. Bereits hier beweist Marco Göllner, wie sich Effekte sehr zielgerichtet einsetzen lassen. Und oftmals sind es genau solche Details, die den Unterschied machen.

Die Brüder Grimm reisen mit einem Empfehlungsschreiben von Goethe nach Karlsruhe, wo Wilhelm eine Aufgabe übernehmen soll, über die er jedoch noch nichts näheres weiß. Auch der Start bei den beiden wartet mit recht geheimnisvoll anmutenden Szenen auf. Die Begegnung mit der Winterprinzessin, die Fahrt in der Kutsche und die Begegnung mit der Märchenerzählerin sind hier nur der Auftakt zu einem Abenteuer von fulminanter Größe.

Kai Meyer schafft mit dem zweiten Abenteuer rund um die Gebrüder Grimm eine Erzählung, die sich losgelöst von den Ereignissen des Vorgängers problemlos hören lässt. Für das Verständnis ergeben sich keine Probleme, auch wenn man vielleicht manche Andeutung nicht immer sofort durchschauen wird. Neben den beiden Grimm-Brüdern ist es Goethe, der auch diesmal wieder auftaucht. Zunächst nur ganz zu Beginn, doch er soll auch später noch eine Rolle spielen. Als Erzähler, der die Geschehnisse aus dem Rückblick schildert, agiert der gealterte Wilhelm Grimm, gesprochen von Hasso Zorn. Allein seine Stimme ist ein guter Grund, sich dieses Hörspiel anzuhören. Seinen Erzählpassagen zu lauschen ist eine große Freude – und da fällt es gar nicht groß auf, dass diese doch ziemlich umfangreich ausfallen. Jedoch werden diese gerne auch mit aktiv im Hintergrund weiterlaufenden Geschehnissen überlagert, so dass sich beides wunderbar ergänzt und durch den Einsatz zielgerichtet ausgesuchter Musik nur noch mehr Tiefe erlangt.
Das einzige, was innerhalb dieses umfangreichen Hörspiels an eine inszenierte Lesung erinnern könnte, ist die eingestreute Erzählung des Märchens. Aber auch diese ist mit einigen interessanten Kniffen aufgewertet und erweist sich dank Jessy Rameik als so schaurig, dass man auch dies begierig in sich aufsaugt.

Die Geschichte lebt von der sehr geheimnisvollen Aura, welche sowohl verschiedene Figuren als auch die Handlung selbst ausstrahlt. Die Brüder Grimm geraten hier in ein Intrigenspiel höchster Kreise und dabei mehr als einmal in unmittelbare Lebensgefahr. Doch das ist gar nicht mal unbedingt das spannendste an dieser Geschichte. Vielmehr ist es das Gefühl des Wissen-Müssens, wie denn die einzelnen Ereignisse sinnvoll zusammenpassen. Und hier enttäuscht Kai Meyer die Hörerschaft wahrlich nicht. Denn es ist ihm gelungen das Intrigenspiel gleich über mehrere Ebenen hinweg aufzuziehen, die es einem absolut unmöglich machen dürften, schon im Vorfeld zu erahnen, was hinter dem ganzen steckt. Und mit jeder neuen Antwort bleiben doch noch immer viele Fragen offen – bis zum Schluss.

Man darf sich also auf eine sehr vielseitige und vor allem vielschichtige Geschichte freuen, wie man sie im Hörspielmarkt leider viel zu selten antrifft. Jedoch sollte man keine Abneigung gegenüber manch mystisch anmutenden Elementen hegen. Denn davon gibt es hier doch ein paar, welche diese ansonsten sehr bodenständige Grundthematik in ein märchenhaftes Licht rückt. Als Manko könnte man einzig manche vielleicht etwas zufällig oder konstruiert wirkende Entwicklung bezeichnen.

Gut gefallen hat mir auch diesmal wieder die Einbindung realer historischer Charaktere in den Rahmen einer fiktiven Erzählung.

Zugegebenermaßen ist das Hörspiel mit seinen 4 CDs nicht unbedingt als Ausgeburt der Kürze zu bezeichnen. Aber langweilig wird es hier nicht. Auch wenn die Spannungskurve gegen Mitte der Geschichte, sobald die wichtigsten Antworten auf dem Tisch liegen, ein wenig abflacht.
So vermochten mich manche Schilderungen der Prinzessin in ihrem Flüsterton nicht immer völlig mitzureißen. Abseits davon wirkt Dina Kürten aber durchaus als passende Besetzung für die indische „Winterprinzessin“.

Erstklassig einige andere Besetzungen: so Peter Matic, der den Herzog von Dalberg ganz wunderbar intoniert, Bernd Vollbrecht als zwielichtiger Lord Stanhope, Matthias Habich auch diesmal wieder als erhabener Dichterfürst und Peter Weis als nahe am Wahnsinn weilender Dr. Hadrian.

Dazu wird man als Hörer mit einer sehr detailverliebten Untermalung verwöhnt. Alles in allem hinterlässt diese Produktion einen sehr starken Eindruck. Zudem kommt das Hörspiel auch in einer sehr edlen optischen Aufmachung daher – die allerdings wohl auch ihren Preis hat...

Fazit: Wer einen Sinn für geheimnisvolle Geschichte und Intrigenspiele mit immer neuen Überraschungen hat, die in einem märchenhaften Gewand daherkommen, ohne dabei jemals kindisch zu wirken, der ist bei dieser Vertonung von Kai Meyers Geschichte goldrichtig. Ein paar Kleinigkeiten verhindern hier die Top-Wertung. Nichtsdestotrotz kann ich hier bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen und hoffe, dass dies nicht die letzte Vertonung der Abenteuer der Gebrüder Grimm war.

Note 1-


4


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Ja Nein



Sprecher

SprecherRolle
Hasso Zorn Wilhelm Grimm
Marius Clarén junger Wilhelm Grimm
Markus Pfeiffer Jakob Grimm
Matthias Habich Johann Wolfgang von Goethe
Dina Kürten Jade
Peter Matic Emmerich Joseph Herzog von Dalberg
Michael Prelle Rittmeister Stiller
Bernd Vollbrecht Philip Henry Lord Stanhope
Jessy Rameik Runhild, die Märchenfrau
Peter Weis Dr. Hadrian
Thomas Nicolai Napoleon
Klaus-Dieter Klebsch Kala
Elga Schütz Dorothea
Regina Lemnitz Wirtin
Kirstin Hesse Christiane Goethe
Leonhard Mahlich Kutscher Gerárd
Stephan Schwartz Diener Bernhard
Cathlen Gawlich Nanette
Frank Gustavus Postkutscher
Luise Lunow Erzählerin (Intro)
Marco Göllner ...
Dirk Hardegen ...
Robert Kotulla ...
Costa Meronianakis ...
René Wagner ...


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» Hörer-Meinungen (1)
king george schrieb am 28.10.2011 08:58:55 Uhr
Bewertung: 10 / 15

Mit den Grimm-Brüdern wird es wohl keine weiteren Hörspiele mehr geben, weil es keine weiteren Bücher mit ihnen gibt. Aber Zaubermond plant wohl die Vertonung von anderen Kai Meyer-Romanen ohne die Grimms, stand mal so auf deren Webseite.Mir haben 'Die Geisterseher' besser gefallen als 'Die Winterprinzessin', die Story und die Schauplätze waren noch spektakulärer.
Durchschnittliche Userwertung: 10 | User-Top-Liste

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»Tofu NerdpunkDirektlink zur Rezension8,7 von 10


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