Titel-Details

» Einzelhörspiel » 000) Fetzer

Cover - Fetzer

Wenn du uns unterstützen möchtest, bestelle bequem online über folgende Partnerlinks:


Durchschnitts-Kurzwertung:

11 / 15

» München, 2015 Seit dem Ausbruch des Carnivor-Virus wandeln Untote unter den Menschen. Doch diese Tatsache birgt nicht nur Schrecken, sondern auch Möglichkeiten für die Medienindustrie neue Märkte zu erschließen. Zombiefilme mit “echten” Darstellern und „echten“ Metzeleien boomen und haben den Filmgesellschaften eine neue Blütezeit beschert. Nur die vom Seuchenschutz als Zwangscarnivoren bezeichneten Zombies, die ihren Blutdurst nicht unter Kontrolle haben, werden von einer Spezialeinheit bekämpft. Als das Team um Einsatzleiter Botschinski jedoch versehentlich einen der „Star-Zombies“ der Fetzer-Filmstudios ausschaltet, wird schnell klar, dass es weitaus grausamere Gegner gibt, als die wandelnden Untoten…
» Regie: Günter Merlau
» Musik: Günter Merlau
» Buch/Script: Markus Heitz
» Umfang (CDs): 1
» Dauer: 70 Minuten
» ISBN: 9783939600725

» VÖ: 2010-10-15
» eine Produktion von LauschWebseite des Labels

Jetzt hören auf Spotify (Web-Player).

Dir fehlen zu dieser Produktion wichtige Daten oder dir ist ein Fehler aufgefallen? Dann schreibe uns eine kurze Mail an: content[at]hoerspieleportal[.]de

Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Einzelhörspiel (000) FetzerEin unbeteiligter Erzähler beobachtet einen Zombie bei seinem splattrigen Mahl. Mehrere Schulmädchen werden von diesem gerade brutalst auseinander genommen. Solange bis eine bewaffnete Frau auf dem Hinterhof auftaucht und dem grausigen Schauspiel ein Ende bereitet. Doch, was sie damit ausgelöst hat, ist ihr in diesem Moment nicht klar. Das soll erst wenig später klar werden.

Meine anfängliche Befürchtung hat sich leider bestätigt: bei Fetzer handelt es sich nicht wirklich um ein Hörspiel, wie man es sonst von Lausch kennt, sondern vielmehr um eine inszenierte Lesung mit Hörspielsprengseln im Stil von Punktown. Als Erzähler tritt Jürgen Holdorf in Erscheinung. In der ersten Szene scheinbar völlig unbeteiligt, um später in die Ich-Perspektive zu wechseln, was doch ein wenig merkwürdig erscheint. Da hätte es sich durchaus angeboten, auf zwei unterschiedliche Erzähler zu setzen - allein um hier logischen Problemen aus dem Weg zu gehen, welche mit der hier gewählten Variante einhergehen.

Für etwas, das sich als Hörspiel deklariert, ist das Ergebnis letztlich doch enttäuschend, denn natürlich erwartet man als Hörspielfan, der schon einige richtige Hörspiele von Lausch konsumiert hat, auch entsprechendes. Da reicht es eben nicht aus, wenn man ein paar Rollen verteilt und mit unterschiedlichen Sprechern besetzt. Zu dominant ist der Part des Erzählers, als dass sich das typische Hörgefühl eines Hörspiels einstellen mag. Man kann zwar absolut keinem der Sprecher vorwerfen, die jeweilige Rolle nicht mit vollem Einsatz auszufüllen, schon gar nicht Jürgen Holdorf, der als Erzähler den umfassendesten Auftritt inne hat und diesen sehr überzeugend bewältigt, doch eine wirkliche Interaktion zwischen den einzelnen Akteuren stellt sich viel zu selten ein. Vor allem, weil man zusätzlich noch den Fehler begeht, den Erzähler zum Teil die direkten Dialogtexte durch Anhängsel wie "holte sie aus" ergänzen zu lassen. Und das geht meines Erachtens nach leider GAR nicht.

Doch widmen wir uns der Frage, was eigentlich überhaupt inhaltlich geboten wird.
Nicht nur in den allerersten Minuten geht es reichlich splattrig zur Sache. Das apokalyptische Szenario wird seitens Markus Heitz eher auf eine krotesk-abartige Weise dargestellte, die man zweifellos als krank bezeichnen kann. Und genau dies zu betonen ist Kern-Absicht dieser Erzählung. Eine bitterböse Abrechnung mit manch zweifelhaftem Programmangebot der heutigen Medienlandschaft. Eine Thematik also eigentlich genau passend zum restlichen Lausch-Programm, in dem sich auch sonst nicht gerade alltägliche Stoffe wiederfinden.
Als allzu ergiebig erweist sich die Handlung abseits davon allerdings nicht. Würde man die umfassend schildernden Erzählerparts auf das Hörspiel-übliche Maß reduzieren, bliebe außer der Medienkritik kaum mehr als ein wenig Zombiejagd - was man natürlich auch so erwartet.

Ich möchte nicht sagen, dass dies nicht über einen gewissen Unterhaltungswert verfügt, meine persönlichen Erwartungen wurden aber nicht so ganz erfüllt.

Wie man es auch von "Punktown" her kennt, ist die Untermalung mit Geräuscheffekten und Musik sehr reichhaltig. Diesbezüglich kann man Lausch eigentlich keinen Vorwurf machen, nicht detailliert gearbeitet zu haben. Bei der Musik hat man sich weniger für die melodiöse Variante entschieden, sondern für eine, die man wirklich nur zur Untermalung im Hintergrund sinnvoll einsetzen kann. Dies aber passend zur Thematik dieses "Hörspiels". Am Ende steht zudem ein ungewöhnlicher Song, der aber angesichts der ohnehin schon außergewöhnlichen Thematik einen gelungenen Abschluss zu setzen vermag.

Fazit: es kommt wohl ganz auf die Perspektive an: erwartet man eine inszenierte Lesung, dürfte einen das gebotene durchaus zufrieden stellen, wer aber ein Hörspiel erwartet, könnte - wie ich - ziemlich enttäuscht werden. Ich möchte nicht sagen, dass die Erzählung nicht unterhaltsam ausgefallen ist, aber die Erwartungen gerade an ein angekündigtes Lausch-HörSPIEL sind einfach um einiges höher. Somit überwiegt am Ende vor allem die Enttäuschung.

Note 3


3


1 von 1 Besuchern fanden diese Rezension hilfreich. Und du?

Ja Nein



Sprecher

SprecherRolle
Jürgen Holdorf "Bot"
Katharina von Daake Miré
Dorothea Hagena Frau Michelsbach
Uwe Hügle Samowar
Wolfgang Berger Eusebius
Günter Merlau Doktor Hölderlin
Gwenyth Dimonye Anna
Ranja Bonalana Sophia


Hörer-Meinungen zur Folge

Jetzt deine Meinung zu dieser Produktion schreiben (Keine Registrierung nötig)
Name:
E-Mail: (wird nicht veröffentlicht)
Website: http:// (optional)
Deine Wertung: (optional)
Dein Kommentar:
Spamfilter Ergebnis der folgenden Rechnung: 2 + 4 + 4 = ?



Hinweis: Datenschutzrichtlinien.

» Hörer-Meinungen (1)
Daniel Klages (www.hoerspiel-freunde.de) schrieb am 11.10.2010 12:50:17 Uhr
Bewertung: 11 / 15

Eine Frage direkt zu Beginn: Wie liest sich dieser Klappentext? Für mich schüren diese Zeilen die Erwartung einer überdrehten, satirischen und nicht ganz ernst gemeinten Medienverarsche. Zombies wandeln auf der Erde - klar soweit. Aber dass sich diese von der Filmindustrie zu Nutze gemacht werden um echte Zombiestreifen zu drehen? Haarstreubend!
Und hier stellt sich das Gehörte zum ersten mal gegen meine Erwartungen. Diese Geschichte nimmt sich bitter ernst und ist verstörend blutig. Mit den überzogenen Vorstellungen muss der Hörer selbst fertig werden und bekommt keine Lacher und Anspielungen vorgekaut - der Unterton reflektiert das Gehörte. Ein leichtes Augenzwinkern zum Schluss, fertig. Und was bin ich froh mit dieser Umsetzung, denn auch wenn der Humor in Lauschs B.Ö.S.E. grandios war, hängen Lacher stark von persönlichem Geschmack ab und wurden bisher in Hörspielen jeglicher Machart oft kritisiert - auch von mir.
Beim Stichwort Hörspiel muss aber direkt noch ein anderer Umstand dieser Produktion erwähnt werden. Ein reinrassiges Hörspiel sieht anders aus. Dafür sind die Erzählparts zu ausführlich und ausführend mit denen Jürgen Holdorf durch die komplette Geschichte führt. Richtiger Dialog findet selten statt und vor allem in der zweiten Hälfte des Hörspiel-Lesung-Bastard-Hybriden, im Stile der hauseigenen Produktion Punktown, wird die gebotene Action (so viel sei inhaltich verraten) hauptsächlich durch den Erzähler getragen. Wem's gefällt? Mir persönlich ist ein "richtiges" Hörspiel grundsätzlich immer lieber. Hier bringt der tragende Erzähler allerdings eine komplett eigene Stimmung in die Geschichte, setzt inhaltliche Akzente und Kommentare in seinen Gedankengängen die wohl anders nicht zu realisieren gewesen wären. Auf der technischen Seite macht Lausch nämlich wie bei Punktown auch hier wieder alles richtig. Musik, Geräusche und das komplette Umsetzungspaket von Günter Merlau sitzen, wackeln und bieten kaum Luft nach oben.
Was mich dennoch stört: etwas mehr Hörspiel hätte es schon sein dürfen. Denn auch in die Dialogparts mischt sich immer wieder der Erzähler ein. So bremst sich das Hörstück selber aus, wenn es gerade die Chance hätte etwas mehr Fahrt aufzunehmen. Unterstützt wird dieser Umstand dadurch, dass in meinen Ohren die übrigen Sprecher neben Jürgen Holdorf verblassen, so dass in dessen Rolle kein Schwerpunkt mehr liegt, sondern Übergewicht. Da der Stoff der Erzählung Markus Heitz inhaltlich ohne die Pointen des Einsatzleiters Botschinski nur für eine blutige Kurzgeschichte gereicht hätte bin ich jedoch mit dem Gesamtpaket zufrieden. Wie geschrieben: diese Rolle macht so wie sie angelegt ist Sinn und strägt mit Ergänzungen und Kommentaren einen wesentlichen Teil zum Inhalt der Geschichte bei, sticht jedoch aus der Gesamtproduktion zu stark heraus.

Für Punktown-Fans wohl ein Volltreffer, wer Zombiefilme mag bekommt auch eine klassische Zombiegeschichte, allerdings mit dem Zusatz, dass Markus Heitz in dieser nicht nur Mediensatire sondern auch Hommage zwischen die Zeilen gepakt hat. Wer sich für den Fetzer lediglich aus dem Grund interessiert, das erste HörSPIEL nach Markus Heitz erleben zu dürfen, sei gewarnt und mache sich am Besten mit einer Hörprobe (falls vorhanden, ansonsten noch mal nach Punktown gucken) erst ein Hör-Bild der Erzählart, denn die dürfte nicht jedermanns Sache sein.
Durchschnittliche Userwertung: 11 | User-Top-Liste

RSS-Kommentar-Feed für dieses Hörspiel
RSS-Kommentar-Feed für alle Hörspiele



Kritiker-Spiegel

So bewerten andere Rezensenten:

»Tofu erdpunkDirektlink zur Rezension7 von 10
»SaraSalamanderDirektlink zur Rezension8,5 von 10


Durchschnittliche Kritikerwertung: folgt

Kritiker-Rezension hier verlinken
Du betreibst selbst eine Rezensionsseite? Oder du bist auf eine interessante Kritikermeinung gestoßen? An dieser Stelle kannst Direktlinks zu Rezensionen weiterer Kritikerseiten hinzufügen. Diese werden nach kurzer Überprüfung durch die Redaktion freigeschalten.
Du erhältst eine Mail, sobald dein Link freigeschaltet wurde.
Wir freuen uns natürlich auch, wenn du unsere Rezension auf deiner Seite verlinkst (was jedoch nicht Vorraussetzung für die Aufnahme eines Links ist).

Rezensionsseite/Rezensent
Direktlink zur Rezensionhttp://
Wertung z.B. 5
von maximal z.B. 15
Deine Mailadresse (wird nicht veröffentlicht)
Spamfilter (Ergebnis der folgenden Rechnung: 2+2=?)


hoerspiel3 @ Twitter

Folge unseren Updates auf Twitter.

Gratis Hören!

Finde hier eine umfangreiche Liste von Hörspielen und Lesungen zum gratis hören auf Spotify!




Bei Amazon bestellen

Wenn du unsere Seite unterstützen möchtest, bestelle deine Hörspiele oder Hörbücher schnell und bequem bei Amazon:

Hörer-Meinungen

Mitschnitt - Haus am See | Kommentar von ascods9

Ordensschwester Amelie - Rachsucht | Kommentar von Frank

Die Originale - Die Flusspiraten des Mississippi | Kommentar von Marc Hairapetian

Die Originale - Die Flusspiraten des Mississippi | Kommentar von Marc Hairapetian

Einzelhörspiel - Der blaurote Methusalem | Kommentar von Marc Hairapetian

Einzelhörspiel - Der blaurote Methusalem | Kommentar von Marc Hairapetian


Neueste Aktivität

10.12.2018 - 20:12: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: TKKG - In den Klauen des Tigers

06.12.2018 - 21:05: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: Einzelhörspiel - Der Polarforscher

05.12.2018 - 09:33: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: Die Teufelskicker - Spielerin im Abseits

03.12.2018 - 16:32: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: Team X-Treme - Das Singapur-Komplott

01.12.2018 - 21:28: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: Doktor Morbius - Mein dunkles Geheimnis

28.11.2018 - 00:37: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: TKKG - Der Schatz in der Drachenhöhle

25.11.2018 - 05:00: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: Don Harris - Psycho Cop - Dämonicus

20.11.2018 - 01:45: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: TKKG - Kampf der Spione

19.11.2018 - 21:03: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: TKKG - Der Schatz in der Drachenhöhle

17.11.2018 - 11:14: Ein Besucher hat eine Rezension bewertet: Team X-treme - Die Bestie aus der Tiefe