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» Gruselkabinett » 050) Das Gespenst von Canterville

Cover - Das Gespenst von Canterville
Durchschnitts-Kurzwertung:

12 / 15

» Oscar Wildes berühmte Geschichte über die amerikanische Familie Otis, die in dem von ihnen erworbenen englischen Schloss Canterville die Bekanntschaft eines Gespenstes macht, in einer Star-gespickten brandneuen Hörspiel-Version, die gruselige Akzente zu setzen weiß.
» Buch/Script: Oscar Wilde
» Umfang (CDs): 1

» VÖ: 2011-03-18
» eine Produktion von Titania MedienWebseite des Labels

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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Gruselkabinett (050) Das Gespenst von CantervilleMit der Veröffentlichung der beiden neuesten Folgen des Gruselkabinetts hat man nun die magische 50er-Marke geknackt. Eine beeindruckende Leistung angesichts der hohen Qualität, die man den Hörern mit jeder Folge präsentiert. Sicherlich gibt es immer mal wieder Geschichten, die nicht ganz so gruselig (und manchmal auch gar nicht unheimlich) sind. Eines aber hat man bei Titania Medien schon von Beginn an verstanden: die Bedeutung der Darstellung glaubwürdiger Figuren und Schicksale. Und genau das ist es auch, was das Gruselkabinett in meinen Augen zu etwas ganz besonderem macht.

Dass man sich nun als Jubiläumsfolge ausgerechnet die Geschichte um das Gespenst von Canterville herausgegriffen hat, ist imho allerdings eine etwas unglückliche Wahl. Zweifellos zählt diese Erzählung zu den bekanntesten Stoffen dieser Zeit, allerdings kann man nun nicht unbedingt behaupten, dass sie sonderlich gruselig ist. Schon gar nicht nach heutigen Maßstäben.
Jene würde ich beim Gruselkabinett zwar persönlich sowieso nicht anlegen, da man wie erwähnt, eben ganz andere Schwerpunkte des Grusels umzusetzen versucht, nichtsdestotrotz hätte es sich im Rahmen einer Jubiläumsfolge angeboten, den Hörern mal wieder so einen richtigen Knaller in Sachen Grusel vor die Füße zu setzen.

Die amerikanische Familie Otis möchte in das Schloss Canterville ziehen. Bei einem Vorgespräch wegen des Kaufs des Anwesens bei Lord Canterville wird uns nicht nur die Großfamilie vorgestellt, sondern auch das Gespenst, das angeblich auf Canterville sein Unwesen treiben soll. Dass dem so ist, weiß man bereits aus dem vorangegangenen Vorspiel, das zwar nicht sonderlich gruselig, aber zumindest in Ansätzen schaurig geraten ist.
Die Familie lässt sich davon aber nicht abschrecken, zumal sie ohnehin nicht an Gespenster glaubt. Selbst als sie einsehen müssen, damit falsch gelegen zu haben, gruseln sie sich nicht im mindesten. Und so kann einem das Gespenst schon regelrecht leid tun. Wie dieses dann doch noch seinen Frieden findet, ist der eigentliche Kern der Geschichte, der an dieser Stelle natürlich nicht vorweggenommen werden soll.

Es mag an der Vorlage liegen, dass die Geschichte sehr breit ausgeschmückt erzählt wird. Allerdings ist ein solcher Stil innerhalb des Gruselkabinetts durchaus häufiger zu beobachten. Angesichts des inhaltlichen Gehalts sind mir die 80 Minuten aber doch ein wenig zu viel. Etwas weniger wäre meines Erachtens nach mehr gewesen.

Der Cast ist beeindruckend, daran besteht kein Zweifel.
So sind unter anderem Eckart Dux als stolzer Brite und Schlossbesitzer, Boris Tessmann und Gudrun Landgrebe als aufgeklärtes amerikanisches Ehepaar, Dagmar von Kurmin als besorgte Haushälterin und nicht zuletzt F.G. Beckhaus als Gespenst zu hören.
Den Erzähler darf wieder einmal Hasso Zorn mimen, so dass man durchaus behaupten kann, dass er immer mehr zum Haus- und Hoferzähler des Gruselkabinetts avanciert ist – da mir seine ruhige Art des Berichts in Verbindung mit seiner markanten Stimme sehr gut gefällt, habe ich da nicht das geringste dagegen einzuwenden.
Die einzigen, die mich in diesem Hörspiel nicht so recht überzeugen wollten, sind die beiden Kindersprecher. Da steckt mir doch zu viel Overacting in den Rollen, so dass einem die beiden mit der Zeit schon sehr auf die Nerven gehen. Zumal dieses Parallelsprechen auch arg gekünstelt wirkt. Das ganze ist besonders deswegen schade, weil Titania ja durchaus schon bewiesen hat, in der Beziehung ein gutes Händchen zu haben.

Atmosphärisch ist das Hörspiel wie eh und je einwandfrei ausgefallen. Mal festliche, dann mal eher traurige Musik in Kombination mit den klassischen Gruseleffekten wie Gewitter, unheimliches Stöhnen und Heulen sorgen für ein rundes Gesamtbild.

Fazit: Definitiv kein schlechtes Hörspiel. Für den Rahmen eines solchen Jubiläums halte ich die Wahl dieser Geschichte aber nicht sonderlich günstig. Denn gerade hierfür hätte ich mir mehr Grusel gewünscht. „Das Gespenst von Canterville“ ist zwar eine bewegende Erzählung, aber selbst für Schauerromantik sehr harmlos.

Note 2-


3


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Sprecher

SprecherRolle
Hasso Zorn Erzähler
Friedrich Georg Beckhaus Sir Simon de Canterville
Eckart Dux Lord Canterville
Boris Tessmann Hiram B. Otis
Gudrun Landgrebe Lucretia R. Otis
Jan Panczak Washington Otis
Annina Braunmiller Virgina E. Otis
Mathis Färber Timmy Otis
Alexander Mager Jimmy Otis
Dagmar von Kurmin Mrs. Umney
Jochen Schröder Butler Charles
Max Felder Cecil Duke of Cheshire
Daniela Reidies Lady Barbara Modish
Sascha Rotermund Butler
Petra Barthel Madame du Tremoullac
Axel Lutter Kutscher
Daniela Reidies Geisterstimme
Petra Barthel Geisterstimme
Jochen Schröder Geisterstimme


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» Hörer-Meinungen (1)
Hauke (blog.hspweb.de/2011/07/gruselkabinett-nr-5-das-gespenst-von.html) schrieb am 22.07.2011 19:00:41 Uhr
Bewertung: 12 / 15

Dies ist bestimmt die tausendste Vertonung von Oscar Wildes Gespenst von Canterville. Da ich selbst so einige Vertonungen besitze und bereits viele Fassungen des Stoffes kenne, hat es lange gedauert, bis ich dieses Hörspiel angegangen bin. „Schon wieder das Gleiche! Das wird doch irgendwie langweilig.“ Waren jedes Mal meine Gedanken, als ich die CD betrachtete und mich für ein anderes Hörspiel entschied.
Während der ersten Minuten war ich total begeistert von Titania Mediens Inszenierung. Diese Begeisterung hielt bis zum Ende des Hörspiels an. Ich hörte die Folge das erste Mal vor dem Einschlafen, im Dunkeln, wie es sich meiner Meinung nach für Hörspiele aus dem Gruselkabinett gehört. Danach war gar nicht so schnell an Ruhe zu denken. Meine Überraschung, eine so gelungene Hörspielfassung tatsächlich noch zu erleben, war immens.

Die Sprecherliste ist sehr umfangreich und ich bin vollends begeistert – mit Ausnahme von Mathis Färber und Alexander Mager. Die beiden sprechen die jüngten Mitglieder der Otisfamilie, die das Schloss Canterville kauft und bezieht. Die Kritik bezieht sich nicht allein auf ihre Leistung. Auch die technische Seite und das Drehbuch tragen eine Mitschuld. Die Stimmen sind teilweise viel zu laut, aufdringlich und ein typisches „Overacting“-Gefühl setzt ein. Störend empfinde ich auch die extreme Häufung des Synchronsprechens. Das wirkt unrealistisch und fast immer aufgesetzt, erzwungen.
Zu den übrigen Sprechern weiß ich nur Worte des Lobes. Besonders gefreut hat es mich, Eckart Dux als Lord Canterville zu hören. Eine kauzige, aber sehr wohl englische Vorstellung. Sir Simon de Canterville (das Gespenst) spricht Friedrich Georg Beckhaus absolut überzeugend. Besonders die Frustration des Gespenstes wird gelungen vermittelt. Außerdem sagen mir seine Gespensterlaute sehr zu.

Die Inszenierung ist perfekt: Jedes Geräusch, jede Atmosphäre und jedes Musikstück ergibt eine gewaltige Symphonie. In diesem Punkt hat mich die Produktion absolut aus den Schuhen geworfen und begeistert mich nun seit drei Tagen. Sehr gelungen finde ich in dem Zusammenhang die Vertonung des Gespenstes, das erst recht spät anfängt zu sprechen. Dadurch gibt es einige wahrlich gruselige Szenen. Besonders für Hörer, die doch tatsächlich noch nicht den Inhalt der Geschichte kennen.

Das Cover finde ich merkwürdig. Ich vermisse die im Hörspiel angesprochenen Locken des Gespenstes. Gestört hat mich seit dem ersten Blick der Effekt, der die Transparenz des Gespenstes verdeutlichen soll. Es sieht so aus, als ob an der Position der Treppenstufen einfach eine transparente Ebene, die als Füllfarbe einen weißlichen Farbton hatte, angelegt wurde. Vor allem weil die Linien so hart gezogen sind, wirkt es vielmehr wie Lichtstrahlen. Reichlich merkwürdig.

Fazit
Für mich eines der besten Oscar Wilde – Hörspiele. Leider hat die Produktion ein Manko: Die Otiszwillinge fallen durch unglaubwürdiges Synchronsprechen auf und wirken immer wieder aufgesetzt. Darüber hinaus gibt es nichts bei den Sprechern oder der Produktion auszusetzen. Die technische Seite ist perfekt, die Atmosphäre unglaublich schön und auch unheimlich. Die Geschichte bietet viele Stellen zum Lachen und bleibt konstant spannend bzw. interessant. Ein tolles Hörspiel!
Durchschnittliche Userwertung: 12 | User-Top-Liste

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