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» Einzelhörspiel » 000) Draußen vor der Tür
Cover - Draußen vor der Tür

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» Der Frontsoldat Beckmann kehrt mit zerschossener Kniescheibe aus der russischen Gefangenschaft nach Hause. Von Frau und Liebhaber aus dem Haus gejagt, beschließt er, sich das Leben zu nehmen. Doch die Elbe, in die er sich stürzt, spuckt ihn wieder aus und er muss sich dem Leben neu stellen.
Die Erstausstrahlung der Hörspielproduktion 1947 wurde zum größten Publikumserfolg des Radios in der noch jungen Nachkriegsära. Es har bis heute nichts an Brisanz eingebüßt. Hans Quest, dem Wolfgang Borchert die Rolle von Beckmann auf den Leib schrieb, wird zu eindrucksollen Stimme der jungen Generation jener Zeit. Ein Protestschrei gegen die zerstörerische Macht des Krieges.
» Produktion: Nordwestdeutscher Rundfunk 1947
» Regie: Ludwig Cremer
» Musik: Werner Haentjes
» Buch/Script: Wolfgang Borchert

» VÖ: 2005-06-24
» eine Produktion von HörverlagWebseite des Labels
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Kritik / Höreindruck von Daniel M.

Einzelhörspiel (000) Draußen vor der TürEs gibt sicherlich kaum einen Namen, der in Zusammenhang mit Nachkriegsliteratur - vielfach als Trümmerliteratur bezeichnet - so oft genannt werden dürfte wie Wolfgang Borchert. Unzählige Kurzgeschichten hat er zu den Problemen, denen sich die heimkehrenden Soldaten stellen müssen, verfasst. Ein Lebenswerk, das beeindruckt. Zu diesem gehört auch "Draußen vor der Tür" - ein Hörspiel, das sich einem ähnlichen Schema unterwirft und metaphernreich die Geschichte von Beckmann erzählt - ein Synonym für die zahllosen namenlosen und vergessenen - ein Name, der so beliebig ist wie jeder andere.

Mit dem Untertitel "Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will" beschreibt Borchert genau das Thema, welches er auch innerhalb dieses Werkes aufgreift. Nach dem Krieg ist der Versuch zu vergessen allgegenwärtig. Aufgrund der Jahre in Kriegsgefangenschaft kehrt Beckmann deutlich später als viele andere wieder nach Deutschland zurück, hatte nicht die Möglichkeit zusammen mit den anderen die Schrecken des Unmenschlichen zu verarbeiten. So ist er bei seiner Heimkehr noch immer stark von den Eindrücken des Kriegs und der Vernichtung gezeichnet. Mit diesem aber stößt er bei den Daheimgebliebenen, für welche der Krieg nurmehr ein fernes Gespenst zu sein scheint, auf wenig Verständnis.

Dazu bedient sich Borchert recht unterschiedlicher Figuren, die aber allesamt eine bestimmte Form der damaligen Gesellschaft repräsentieren. Der Oberst, der in seiner leichtmütigen Art und einem Grundvertrauen in den Militarismus (aus der Ferne), welcher Träume und Eindrücke Beckmanns als übersteigert abtut, ein Kabarettdirektor, der sich neuem zu öffnen sucht, dabei aber nicht mutig genug erscheint, ein alter Mann, der um den verloren gegangenen Glauben trauert, und einige mehr.
Diesen allen begegnet Beckmann und von kaum einem fühlt er sich verstanden. Selbst die Elbe, der er sein Leben kurzerhand übergibt, will ihn nicht und spuckt ihn kurzerhand wieder aus.
Wahrlich ein tragisches Schicksal, welches in der Hörspiel-Fassung des NDR exzellent transportiert wird. Nur acht Tage brauchte Wolfgang Borchert für die Fertigstellung dieses unvergesslichen Dramas, bereits 1947 nahm sich der Norddeutsche Rundfunk diesem an. Diese Fassung ist über den Hörverlag heute erhältlich. Mehr nur als ein Stück deutscher Geschichte.

Bei der Inszenierung geht es dezent zu. Kaum Musik, kaum Effekte. So bleibt das inhaltliche im Mittelpunkt, auf eine schöne künstlerische Gestalt wird verzichtet. Wobei das Alter der Produktion dafür sicherlich ebenso maßgebend sein dürfte.

Mit Hans Quest wurde für Beckmann eine ausgezeichnete Sprecherwahl getroffen. Äußerst glaubhaft vermittelt er die Gefühle und Verzweiflung des Kriegsheimkehrers.

Fazit: Alles in allem ist dieses Hörspiel sicherlich nichts, was man sich immer und immer wieder anhört, oder dies rein zur Unterhaltung tut. Wer sich für Borcherts Kurzgeschichten begeistern kann, dem dürfte auch dies keine zu schwere Kost sein. Obgleich für seine Zeit ein außergewöhnliches Werk, muss man für dessen Konsum schon in der richtigen Stimmung sein.

Note 2+


4


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Sprecher

SprecherRolle
Hans Quest Beckmann
Joseph Dahmen Der andere
Willy Schweissguth Alter Mann
Gustl Busch Die Elbe
Margarete Militzer Mädchen
Wolfgang Beneckendorf Oberst
Maria Janke Frau Kramer
Kurt Meister Kabarettdirektor


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